Thema: Abracadabra und Glossolalie

Forum: Chaosmagie

Autor: Lug Skywalker


Lug Skywalker - 16/4/2010 um 17:34

Experimentiere seit geraumer Zeit mit Sprache, ganz praktisch durch Singen (hey, nicht lachen, cantare heisst doch immerhin zaubern) und das was einen drueben begegnen kann - ich sag nur sellbstransformierende Maschinenelfen...;-)
Fuer mich ist das neben der Arbeit mit Pflanzen eines der weitreichensten Felder magischen Handelns, um die Welt in Einklang mit unserem Willen zu bringen. Natuerlich basiert unser Konzept von Realitaet auf unserer Sprache - aendern wir nur die Grundzuege unserer Syntax aendern wir Realitaet - logisch.
Und bei dieser Praxis ist die Cut-Up Methode Brion Gysins und Burroughs ebenso hilfreich wie guturale Dada-Laute, der Gesang der Affen (language is a virus from the great ape, music is an antidote from the lesser ape - poetry in our sense of the word, keeps them in balance), die songlines der aboriginies oder die icaros der shihipo.

das thema ist so irre spannend, wenn man mal an die anfangspunkt zurueckkehrt, das heisst nicht-ordinaere sprache, die vor dem wort, das beo gott war, da war...
glossolalie - die christen moechten uns da gerne glauben lassen, dass man mit dieser sprache direkt zu gott spricht und vielleicht kann man das so sagen. auf jeden fall ist das eine ganze reihe von experimenten wert, und ich bin eifrig am studieren - vor allem objekte sind eine sache, die man wunderbar durch worte manifestieren kann - visual language...

mckenna schnitt das thema sehr haeufig an und ist de facto der einzige, der das phaenomen wirklich erkannte (rimbaud, shaugenessy, tolkien vielleicht ausgenommen, aber diese geheimniskraemer...)

Zitat:

sie sind ihre eigene Syntax. Ihre Oberflächengeometrie ist irgendwie von den Klängen kontrolliert, die aus ihrem Inneren hervorstrahlen. Sie können Infinitive ihrer Selbst abtrennen und sie als Objekt darbieten, die man betrachten kann. Autonome Sätze setzten sich in die Ecken des Zimmers ab, und reproduzieren sich dort und kommen dann wieder hervorgesaust, aber modifiziert durch applaudierende Adjektive von kleinerer Statur.


um kontakt zu maschinenelfen aufzunehmen muss man letztlich nichts weiter tun als die konzentration endogenen dmts durch visualisationsprache bzw. vaporisation eines externen katalysators aktivieren -- so koennen sie einem zum verstaednis helfen, mittlerweile klappt es bei mir aber auch ganz gut spontan, am besten mit schamanentrommel...
meine frage an euch waere jetzt nutzt ihr auch techniken, um z.b. einen sprachvirus zu bannen (wink in richtung allgemeine semantik), glossolalie oder schamanische gesaenge mit nicht-linearer ebene, die keine bedeutung, sondern gefuehle ausdruecken sollen?? viel stoff und verzeihung fuer das chaos, aber fuer anregungen und diskussionen waere ich dankbar und haeppchenweise kann ich hier auch einige auszuege meiner grimoires zum thema praesentieren-- naturlich nur bei interesse :D

achja, hier nochmal burroughs zur nutzung von elektronischen werkzeugen in the invisible generation
Zitat:

Alle Assoziationsketten sind zwanghaft, lasse sie los. Banne sie aus deinem Kopf und füttere die Apparaturen mit ihnen - höre auf zu reden - lasse die Maschinen argumentieren, jammern und sprechen. Ein Cassetten-Recorder ist ein externer Teil des menschlichen Nervensystems - mit dem Taperecorder kannst du mehr Einblicke in das menschliche Nervenssystem und die Steuerung Ihrer Reaktionen gewinnen, als wenn du 10 Jahre lang in der Lotos-Position säßest oder deine Zeit auf der Couch eines Psychoanalytikers vergeudetest.


seine experimente waren eher schwarzmagisch orientiert, aber im sinne hoeherer ziele, was dann wiederum alles revidiert. naja, sogar ganz erfolgreich, wenn man sich vor augen haelt, dass er es schaffte das scientology-quartier zu bannen und einen coffeeshop den er nicht ausstehen konnte - hab aber nicht viel erfahrung mit der burroughschen methode...


[Editiert am 16/4/2010 um 17:55 von Lug Skywalker]

Coronet - 18/4/2010 um 16:38


Zitat:
konzentration endogenen dmts durch visualisationsprache bzw. vaporisation eines externen katalysators aktivieren -- so koennen sie einem zum verstaednis helfen, mittlerweile klappt es bei mir aber auch ganz gut spontan, am besten mit schamanentrommel...


Ich hab da mal eine Verständnisfrage ^^ Du möchtest also das Halluzinogen (oder meinst du ein anderes DMT?) durch Stimm- und Atemübungen verstärken und deine Wahrnehmung damit erweitern? Oder noch ein Halluzinogen (oder das gleiche) von außen hinzufügen, um die Wirkung noch weiter zu verstärken?

Ebene Wege,

Coro

Lug Skywalker - 18/4/2010 um 17:54

Naja, Atemuebungen sind der Schluessel - Stimmuebungen das Resultat.
Aber entschuldige, ich bin manchmal etwas ungehalten und setze Dinge als gegeben voraus, die es nicht unbedingt sein muessen.
Diese Diskussion ueber Dimethyltryptamin ist schon gute zwanzig Jahre im Raum, spaetestens seit den Buechern von Terence McKenna und den Forschungsergebnissen von Dr. Rickt Strassman (siehe sein Buch DMT-Molekuel des Bewusstseins)...
Strassman kommt zu einigen interessanten Ergebnissen - DMT ist ein Halluzinogen, dass man in aeusserst vielen Pflanzen und Tieren finden kann - ja - aber genauso kommt es auch im Menschen vor und wirkt dort als Neurotransmitter, dessen Sinn und Zweck, ebenso wie der Grund fuer das Vorhandensein in Pflanzen jedoch weiterhin ungeklaert ist. Strassman fand heraus, dass DMT zu bestimmten Zeiten an Aktivitaet zunimmt, bei Hyperventiliation (in diesem Kontext sind vor allem die Arbeiten von Stanislav Grof zwecks Holotropem Atmen sehr interessant), waehrend der REM-Phasen beim Schlafen (und daher kommt eine Diskussion ueber DMT als Ursache von Traeumen) und in dem Moment, in dem wir sterben -- was DMT den Ruf als die ultimative schamanische Nahtodeserfahrung einbrachte.
Nun, und McKenna hat einfach seine, nicht minder revolutionaeren, ERfahrungen mit gerauchtem und oral aufgenommenen DMT beschrieben -- die eindeutig in die Richtung gehen, dass man auf DMT einem modernen Archetypen begegnen kann und das auch sehr haeufig tut. den Maschinenelfen - alienartige Kobolde, die auf eigenartige Weise Gesang zu Dasein formen, Glossolalie zu Exustenz, und die den Konsumenten animieren das ebenso zu tun. Allerdings sind die Erfahrungen hier nicht so konstant - Bekannte beschreiben ihre ERfahrungen mit samadhi auf jeden Fall verblueffend uebereinstimmend mit meinen langjaehrigen ERfahrungen gerauchten DMTs. Wenn man sich eine Pfeife Elfenstaub ansteckt, oder auch die eng verwandten Pilze mit dem Wirkstoff Psilocybin einnimmt, wird man ihnen definitiv begegnen, unabhaengig davon ob man davor schon von ihrer Existenz gehoert hat oder nicht.
DMT und Psilocybin sind auch sehr eng verwandt mit Serotonin, welches ebenfalls ein einfaches Tryptamin ist, und das man vielleicht als Schlussel zum Alltagsbewusstsein betrachten kann. Wenn DMT oder Psi.nun durch die Synapsen flutet, vertreibt es kurzzeitig das Seronin an und dockt an dessen Rezeptoren an. Das Ergebnis ist unglaublich, wie man unzaehligenERfahrungsberichten entnehmen kann. Manche Psychonauten, und z.B. auch viele indigene Staemme des Amazonas, bezeichnen die profane Realitaet deshalb als reine Serotonin-Halluzination.

Bei meinen Experimenten mit exogenem DMT traf das auch generell zu und ich erforsche das Gebiet eifrig. Jedoch interessiert mich auch sehr die Konzentration koerpereigenem DMTs, durch schamanische Trance bis hin zur Katatonie, durch Sinnesdeprivation, Tanzen und Trommeln und Hyperventilation.

Vau - 18/4/2010 um 18:46

Ich spiele "Didgeridoo";-nichtverbale Sprache,Atmung, nichts als gegeben vorraussetzend kann ich mir die meisten Drogen sparen.

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