Thema: Charakterstärkung nach Bardon

Forum: Grundlagen der Magie

Autor: sence


sence - 28/9/2016 um 20:41

Hallo liebe Com :)

Und zwar geht es um die Charakterstärkung wie oben schon erwähnt. Nach einer Pause mit der Lehre bin ich nun wieder dran und stelle nun fest, dass es mich teilweise ziemich erschöpft.
Bin momentan bei Stufe I und II vom Weg zum wahren Adepten..
Ehrlich gesagt habe ich vorher nicht so intensiv an meinen Charakter-schwächen gearbeitet, hin und wieder wie man es an sich macht aber nie mit dem ständigen Gedanken da dran.
Vor 3 Tagen habe ich ich richtig ins Zeug gelegt und habe bereits Veränderungen gemerkt, 2 Tage wirklich intensive Arbeit mit fast ständigem Fokus, auch wenn es zwischendurch nur die Suggestions-atmung war. Außerdem habe ich meine Schwächen notiert und sie den Elementen zugeordnet, Imaginations-übungen, Meditation zur Gedankenleere/Fokus auf einen Gedanken. Sugestion, Körperatmung.

Heute war ich total platt und bin Emotional etwas instabil geworden..

Habt ihr solche Erfahrungen mal gesammelt? Und wie kann ich diesen Prozess am schnellsten gestalten?

LG Sence

Elengur - 29/9/2016 um 06:40

Guten Morgen erstmal!

Das ist durchaus normal. Ich mache es zwar nicht direkt so wie im Bardon beschrieben, aber ähnlich. Da man da müde wird oder sich etwas daneben fühlt ist normal und kann ich bestätigen. Es ist so, dass ein System (also deine bisherige Verhaltensweise) erstmal ordentlich verändert wird und in Bewegung kommt, das macht erstmal instabil und zweitens blöken diverse innere Schweinehunde los: "Hey, wieso was verändern?? Das war doch bis jetzt ganz bequem so!!"
Meines Wissens kannst du nicht viel schneller machen. So ein Prozeß braucht halt seine Zeit. Was du tun kannst: bissl auf dich aufpassen und einen Gang runterschalten, wenn es dir zu "gaach" wird, wie wir hier in Bayern sagen.

Gruß,
Elengur

Tarek701 - 2/10/2016 um 22:19


Zitat von sence, am 28/9/2016 um 20:41
Hallo liebe Com :)

Und zwar geht es um die Charakterstärkung wie oben schon erwähnt. Nach einer Pause mit der Lehre bin ich nun wieder dran und stelle nun fest, dass es mich teilweise ziemich erschöpft.
Bin momentan bei Stufe I und II vom Weg zum wahren Adepten..
Ehrlich gesagt habe ich vorher nicht so intensiv an meinen Charakter-schwächen gearbeitet, hin und wieder wie man es an sich macht aber nie mit dem ständigen Gedanken da dran.
Vor 3 Tagen habe ich ich richtig ins Zeug gelegt und habe bereits Veränderungen gemerkt, 2 Tage wirklich intensive Arbeit mit fast ständigem Fokus, auch wenn es zwischendurch nur die Suggestions-atmung war. Außerdem habe ich meine Schwächen notiert und sie den Elementen zugeordnet, Imaginations-übungen, Meditation zur Gedankenleere/Fokus auf einen Gedanken. Sugestion, Körperatmung.

Heute war ich total platt und bin Emotional etwas instabil geworden..

Habt ihr solche Erfahrungen mal gesammelt? Und wie kann ich diesen Prozess am schnellsten gestalten?

LG Sence


In der Hermetik gilt das Hinarbeiten zum Äquivalenzprinzip und später die gleichzeitige Erhaltung und Erhöhung aller Faktoren (linear, proportional), damit wiederum es zu einer gesamten Verbesserung von Körper, Seele und Geist kommt. Nun ist es so, dass dieses Äquivalenzprinzip nicht nur die Übungen betrifft, sondern auch die allgemeine Arbeit an sich.

Einige Menschen können mit extremen "Sprungstellen" (wie ich es nenne) also insofern fertig werden, sodass sie keine Probleme haben bspw. von jetzt auf gleich vom Fleischesser zum Veganer zu werden oder mit irgendwelchen Süchten aufzuhören. Trotz des ausgeführten Potentials (also einem starken Willen zur Tat), kann es aber (aufgrund körperlicher Limitation) trotzdem zu Mangelerscheinungen kommen, wenn es zu solchen Extremschwankungen kommt. D.h. selbst wenn man große Willenskraft besitzt sich einem ganzen Trainingsplan zu widmen und dies auch tut, so können körperliche Limitationen und Gewöhnungen trotzdem negativen Einfluss auf Geist und Seele haben. Die meisten Fleischesser, die von Tag 1 auf Tag 2 zu vollen Veganer werden, werden oftmals früh die ersten Mangelerscheinungen haben und dann zwangsläufig noch andere Probleme bekommen.

Gerade, was also die hermetische Arbeit angeht ist es nur offensichtlich, dass es bei zu vielem Training zu einer geistigen und seeligen Instabilität kommt. Diese aber ist eben nicht zwangsläufig von geistiger und seeliger Natur, sondern von körperlicher Natur, die aber wiederum Auswirkungen auf Geist und Seele hat. Durch den Geist beeinflusst du deinen Körper, der wiederum reagiert aber nur in den für ihnen bisher organisierten Grenzen, während der Geist selbst aber schon viele Schritte weiterdenkt und vom Körper eine höhere Stufe einer "Organisation" erwartet, die er aber noch nicht erreicht hat. Die Folge ist, dass der Körper extrem strapaziert und beansprucht wird, sodass es dann schließlich auch auf emotionaler Ebene wirken kann. D.h. also, so vermute ich, tatsächlich, dass gewisse Teile deines Körpers mit der Geschwindigkeit einer anderen Einheit deines Ichs nicht mithalten kann, was wiederum heißt, dass du tatsächlich einen Gang runterschalten solltest und etwas langsamer anfängst. Es geht schließlich ja erst darum, dass du das Gleichgewicht erreichst, indem du jede Einheit langsam, progressiv und stetig steigerst und mit jeder anderen Einheit auf gleiche Höhe bringst. Ist dieses vorher nicht erreicht, kann übermäßiges Arbeiten nur zu einem weiteren Defizit führen. Erst wenn das Äquilibrium erreicht ist, kannst du deine Arbeit (in Relation zu allen ausgeglichenen Faktoren) wesentlich schneller und einfacher ausführen, da dann alle Einheiten gleichviel, gleichstark, gleichmäßig arbeiten.

Ich hoffe, dass man das verstehen konnte. Wenn nicht, dann ruhig nachhaken.

MfG,
Tarek701.


[Editiert am 2/10/2016 um 22:21 von Tarek701]

sence - 4/10/2016 um 19:48

Vielen dank für die Antworten :thumbup:

@Tarek701:
Da hätte ich noch eine Frage.. Wie komme ich am besten zum Ausgleich?
An sich verstehe ich das Prinzip in etwa: nach Bardon Stufe I, Stufe II..
Die Schwierigkeit ist nun dass ich eigentlich vom Körper her viel weiter sein müsste als vom Geist, da ich mich vor einiger zeit intensiv mit Energetik außeinander gesetzt habe.
Es erscheint mir jedoch recht plausibel nicht im Gleichgewicht zu sein.
Wie finde ich also am besten raus wo ich ansetzen muss?

LG Sence

Tarek701 - 8/10/2016 um 00:13


Zitat von sence, am 4/10/2016 um 19:48
Vielen dank für die Antworten :thumbup:

@Tarek701:
Da hätte ich noch eine Frage.. Wie komme ich am besten zum Ausgleich?
An sich verstehe ich das Prinzip in etwa: nach Bardon Stufe I, Stufe II..
Die Schwierigkeit ist nun dass ich eigentlich vom Körper her viel weiter sein müsste als vom Geist, da ich mich vor einiger zeit intensiv mit Energetik außeinander gesetzt habe.
Es erscheint mir jedoch recht plausibel nicht im Gleichgewicht zu sein.
Wie finde ich also am besten raus wo ich ansetzen muss?

LG Sence


Du findest am Besten heraus wo du ansetzen musst, indem du in dich hineinhörst, denn bei jedem ist das eben anders, denn jeder hat einen anderen Zustand. Bardon erklärte dies bereits unter dem Aspekt der "Introspektion", der Selbstbeobachtung. Wenn du dich mit Energetik auseinandergesetzt hast, so müsstest du eigentlich die notwendigen Geistesübungen beherrschen, je nachdem wie gut du die Energie kontrollieren kannst, denn Energetik ist größtenteils geistiger Natur. (Unter Voraussetzung dessen, dass wir beide unter "Energetik" das Gleiche verstehen)

Also, versuche Bardon Stufensystem richtig durchzuarbeiten. Überspringe keine Stufen, überstürze nichts und versuche ungefähr festzustellen, ob du in einer Übung besser bist als in der anderen. Ist dies der Fall, solltest du die dir schwächer liegende Übung nochmal nachholen und auf den Stand der anderen bringen. Dafür hat ja Bardon einen Mindestrahmen an Zeit angegeben (bspw. die geistigen Übungen). Ich weiß, dass es wehtut und man will gerne schnell zu den interessanteren Sachen springen, aber das wird warten müssen, denn erst müssen die Grundlagen da sein, ansonsten wird es nichts oder man schadet sich nur selbst. Lasse dir bei den Übungen Zeit und mache auch Pausen, wenn du feststellst, dass du überfordert bist.

Aristoteles sagte ja mal was, betreffend zum Thema "Mitte". Es ist schwierig die Mitte zu treffen, da es die Notwendigkeit erfordert, dass man weiß, wo, wann, wie man die Übung anwenden muss. Daher führt man neben den Seelenspiegeln auch ein magisches Tagebuch, indem man mehr oder weniger die Veränderungen schriftlich festhält. Dadurch kann man anhand der bisher gemachten Erfahrungen durch die Vernunft entsprechend so handeln, dass sie die Mitte treffen.

Ist also dein Körper übertrainiert, muss du die Zeiten des Körpertrainings reduzieren, die Übungen der anderen Teile (Seele, Geist) dagegen erhöhen und sie ungefähr intuitiv abmessen können, ob sie im Gleichgewicht mit dem Körper sind. Leicht ist das natürlich nicht und es erfordert schon Anstrengung, Nachdenken (alias Meditation). Sollte man aber eine (vorzeitige) Ausgeglichenheit erreichen, so merkt man das oft daran, dass ein interessantes, sehr nüchternes Gefühl eintritt (also keine Apathie oder Emotionslosigkeit; es ist nicht wirklich in Worte fassbar, aber man kann es als "wachen" oder "überwachen" Zustand bezeichnen). Natürlich ist es nicht zwangsläufig der Fall, dass bereits bei Stufe 1 und Stufe 2 die absolute Ausgeglichenheit erreicht wird, weshalb Bardon auch betont, dass man Übungen der ersten Stufe konstant bei allen weiteren Stufen beibehält und regelmäßig "auffrischt". Wie gesagt, hier ist viel intuitives Arbeiten gefragt, das "Bauchgefühl", das Selbstbeobachten und in sich selbst hineinhören.

Deshalb erwähne ich zusätzlich auch noch, dass man Bardons Übungen nicht einfach wie ein Drehbuch (schnell) durcharbeitet, sondern, dass man diese Übungen auch intuitiv zu begreifen lernt und das darin Gelernte intuitiv miterlebt (was wiederum Zeit braucht), damit man auch das richtige Gefühl zu sich selbst bekommt. Tut man dies nicht, so passieren Fälle wie es bei deinigem der Fall ist, denn du hast dich ausschließlich auf die Übungen selbst fokussiert, aber dabei komplett das Mittegefühl vernachlässigt, während du paradoxerweise unbedingt darauf hinarbeiten wolltest. Das führte dann zu solchen Disbalancen wie Erschöpfung. Und hier besteht die Kunst: Die Mitte zu treffen, ohne sich aber ausschließlich auf die Mitte von einem Punkt zu richten. Du darfst (um es bildlich auszudrücken) nicht vom Radius eines Kreises denken, der in eine Richtung in die Mitte (Ich) führt, sondern du musst diametral (Durchmesser), polar (aktiv und passiv) denken, dabei zugleich erkennen, dass in der Mitte (Ich) des Kreises alle beide Polaritäten zusammenlaufen. (von der diametralen Linie von Punkt A (Aktiv) zu Punkt B (Mitte) und von Punkt C zu Punkt B (Passiv)) Darin besteht letztendlich auch die Kunst der Hermetik (neben der Wissenschaft): Die Mitte zu treffen!

Ich poste mal hier noch ein Bild, wie man sich das vorstellen könnte:


MfG,
Tarek701.

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