Thema: Himmelsrichtungen - Mondphasen

Forum: Astrologie

Autor: Das Saturn-ALien


Das Saturn-ALien - 15/3/2007 um 20:41

Da ich gerade einen Mond-Ritus verfasse, möchte ich euch fragen ob es astronomisch eine sinnige Zuordnung der verschiedenen Mondphasen zu den Himmelsrichtungen gibt, und wie diese dann aussehen würde. Ebenfalls interessant wären diesbezüglich einzuordnende Mondgöttinen.

Eliphas Leary - 15/3/2007 um 23:26

Seltsam, hängt vielleicht damit zusammen, daß Sonne und Mond beide nicht rückläufig werden und die größten Lichter da ohm sind, aber mir fällt im Grunde nur das von der Sonne bekannte Schema ein. Also Ost = Zunehmend, Süd = Vollmond, West = Abnehmend und Nord = Neumond.

Warum für den Mond immer nur Frauen? Es gab/gibt doch auch Mndgötter... (siehe Wikipedia: Mondgottheit)

Aus dem Hausgebrauch (bin da etwas kreativer, wenn's um das Interpretieren von Mythen geht): Inanna und Enki sind ganz gut für lunare Arbeiten. Der Mythos, wie sie ihn abfüllt und ihm die Mes klaut: Enki ist der abnehmende, Inanna der zunehmende Mond, der Neumond ist der Übergang der Mes von einem auf den anderen, der Vollmond ist die Gabe der Mes an die Menschen.

Viel Spaß beim Nachkochen ;)

Das Saturn-ALien - 16/3/2007 um 01:17

Danke für die Rückmeldung:

Zitat:
Seltsam, hängt vielleicht damit zusammen, daß Sonne und Mond beide nicht rückläufig werden und die größten Lichter da ohm sind, aber mir fällt im Grunde nur das von der Sonne bekannte Schema ein. Also Ost = Zunehmend, Süd = Vollmond, West = Abnehmend und Nord = Neumond.


Ja, mir fällt auch nichts anderes ein, scheint die schlüssigste Form zu sein.

Zitat:
Warum für den Mond immer nur Frauen? Es gab/gibt doch auch Mndgötter... (siehe Wikipedia: Mondgottheit)


Das lunare Prinzip verkörpert nun halt mal die Weiblichkeit, ich verwende für Sonnenrituale in der Regel ja auch keine Göttinen. Wobei dies für mich kein Dogma ist, aber für diese Arbeit werde ich mich auf die Damen beschränken.

Müsste für jede Himmelsrichtung, respektive Mondphase eine Göttin haben die sich dann gegenseitig harmonisch ergänzen, aber so wie es aussieht werde ich mich für Hekate - die alles abdeckt - entscheiden.

MfG:

SA

Idan - 16/3/2007 um 07:28


Zitat:
Ost = Zunehmend, Süd = Vollmond, West = Abnehmend und Nord = Neumond.


Genauso würde ich das auch sehen!

Osten - Sonnenaufgang - wachsendes Licht - zunehmender Mond (junge/jungfräuliche Göttinnen wie Diana/Artemis, Vesta/Hestia)

Süden - Sonnenhöchstand - größtes/meistes Licht - Vollmond (erwachsene, sexualaktive Göttinnen wie Isis, Juno, Hera)

Westen - Sonnenuntergang - schrumpfendes Licht - abnehmender Mond ("ältere" Göttinnen, die eher die Rolle von Groß-Mutter und Matriarchin verkörpern: Gaia, Demeter)

Norden - Nacht - Dunkelheit - Neumond (Göttinnen der Nacht, denenauch Nachtaktive Wesen zugeordnet sind: Hekate; Nyx, Echidna)


[Editiert am 21/4/2012 um 23:45 von Idan]

liliana - 16/3/2007 um 08:44

Eine sehr einfache Wahl der Mondgottheit ist auch Thot - Als Magier hat er gleich alle Mondphasen "im Griff". Sehr praktisch, wenn man selbst alle Phasen anwenden möchte und sich quasi mit Thot gleichsetzen möchte. Es muß ja nicht immer weiblich sein, vonwegen Zyklus usw. Der Mond (auf Deutsch z.B. ja auch mal männlich artikuliert) steht in meinem Verständnis wahlweise eben auch für alchemistische Prozesse oder banal für Veränderungen.
Um bewußt die Mondphasen auf weibliche Prozesse anzuwenden, dann gibt es doch die Variante "junges Mädchen, Frau und weise Alte", das Werden und Vergehen. Dafür bin ich dann wohl doch wieder zu wenig Hexe ;) und wende eine Gottheit (wenn überhaupt), wie z.B. Isis, Hathor, Nephthys... für ein Rundum-Paket an, eben einfach als "Mondgottheit" ohne Phasen-Theorie. Meistens ist es sowieso eher Zufall, wenn ich mal auf eine magisch gerade passende Mondphase aufmerksam werde, sodaß ich gerade diese mit einbeziehe.

Gruß, Lilia

Das Saturn-ALien - 16/3/2007 um 09:42

Besten Dank für eure Hilfe, ich habe die Räucherung nun zu meiner vollsten Zufriedenheit ausgearbeitet: Ich nahm – angefangen im Osten – die drei griechischen Göttinnen Artemis, Selene und Hekate, wobei ich dann in der Dunkelheit des Nordens die drei Urprinzipien veranschauliche. Geht auch mit dem schwenken des Kelches schön auf: 3 + 3 + 3 und einmal 3 x 3.

Gruss SA

Chaldi   - 4/4/2012 um 20:51

Auch wenn der Thread vielleicht etwas älter ist trotzdem der Vollständigkeit und Richtigkeit halber ;)

Zitat:
Aus dem Hausgebrauch (bin da etwas kreativer, wenn's um das Interpretieren von Mythen geht): Inanna und Enki sind ganz gut für lunare Arbeiten. Der Mythos, wie sie ihn abfüllt und ihm die Mes klaut: Enki ist der abnehmende, Inanna der zunehmende Mond, der Neumond ist der Übergang der Mes von einem auf den anderen, der Vollmond ist die Gabe der Mes an die Menschen.


Das ist aber eine SEHR freie Assoziation, zumal es den Mondgott, "Großväterchen" Sin gibt, der in vielen vielen mesopotamischen Mythen vorkommt und eine besondere Stellung im s.g "Mondkult" des Königs hat.

Was die Himmelsrichtungen angeht achtete man in Mesopotamien weniger auf Mondphasen selbst, sondern darauf, was um den Mond herum passiert, wobei rechts = Osten, links = Westen, oben = Süden und unten = Norden ist.


[Editiert am 4/4/2012 um 20:51 von Chaldi]

lovac - 10/4/2012 um 17:51


Zitat von Chaldi, am 4/4/2012 um 20:51

(...)
Was die Himmelsrichtungen angeht achtete man in Mesopotamien weniger auf Mondphasen selbst, sondern darauf, was um den Mond herum passiert, wobei rechts = Osten, links = Westen, oben = Süden und unten = Norden ist.



Oh! Hallo Chaldi, erzähl`uns doch noch mehr darüber, bitte!

Von einer Sternwarte habe ich mir Daten notiert, zB bedeckt der Mond den Jupiter am 15.07.12 in den ganz frühen Morgenstunden. Oder steht am 24.04.12 bei der Venus. Ist es das, was Du meinst?

Chaldi   - 13/4/2012 um 00:55

Zum Beispiel. In der Babylonischen Astronomie-Astrologie geht es nicht um starr abgesteckte Sternbilder, deren Maße eigentlich erst in der Neuzeit mit dem Maßband abgesteckt wurden, um Häuser etc.

Grundsätzlich sei erstmal gesagt, dass die babylonische Astrologie als Omenkunde funktioniert, sprich die Himmelskörper haben keine Kraft an sich, die Himmelskörper, bzw ihr Verlauf sind Zeichen, die die Götter senden, um dadurch auf etwas Anderes hinzuweisen. Um herauszufinden worum es nun genau geht haben die Babylonier einfach ganze Kompendien mit vermuteten Wechselwirkungen aufgestellt, von Missgeburten über Öltropfen, Zeichen auf der Leber eines Schafes bis hin zum Sternenhimmel oder sogar der Lage einer Stadt, ALLES.

Bei der Astrologie betrachtete man nicht nur die damalig bekannten Sternzeichen, sondern wirklich die Verhältnisse unter den Einzelnen Himmelskörper, vor allem was in der unmittelbaren Umgebung von Mond und Planeten geschieht, also z.B bereits "Stern XY kreuzt den Weg des Planeten XY" oder "Stern X und Stern Y sind an den Hörnern der Mondsichel". Daraus versuchte man dann ein Muster abzuleiten, indem man gleichzeitig alles Auffällige notierte, was in der Umgebung geschah.


[Editiert am 13/4/2012 um 00:56 von Chaldi]

lovac - 21/4/2012 um 10:18

Hallo Chaldi! Vielen Dank für die Ausführungen!

Ich finde diese Anfänge ganz spannend, wo die Menschen versucht haben aus astronomischem Wissen astrologische Erkenntnisse als Omen abzuleiten. Den Himmel in Sterngruppen und Dekane aufteilten, Wächter-Engelwesen für die Himmelsrichtungen oder den Polar-Stern bestimmten, um sich zu orientieren.

Kalender und Mondphasen sind tolle Themen für Anfänger wie mich. Wenn ich mir vorstelle, was für genaue Daten heute zugänglich sind, wo die früher nur von träumen konnten. Oder umgekehrt, die Leute heute vor ihren Computerprogrammen sitzen und Zusammenhänge gar nicht mehr verstehen...

Viele liebe Grüsse,
lovac

Chaldi   - 21/4/2012 um 19:03

Du missverstehst mich oder vielmehr die antike Astrologie. In der antiken Astrologie ging es nicht darum irgendwelche Dinge auszurechnen und dadurch Werte herauszubekommen für Liebe und sonst was. Das ist eine Erfindung der christlichen Deutung der Astrologie.

In Mesopotamien war jeder Himmelskörper je nach Schule und eigenem Verständnis mit verschiedenen göttlichen Wesen assoziiert. Das entsprechende Verhalten, so es denn außergewöhnlich war, wurde dann als Anzeiger verstanden; dass das Wesen, das dahintersteht auf Etwas zeigen wolle, was man dann durch seine Ausbildung zu ergründen hatte.

In der antiken Astrologie haben die Planeten KEINE Kraft an sich, keine kosmische Energie oder sonst etwas. Das gibt es nicht. Sie sind lediglich ein Zaunpfahl, mit dem gewunken wird. Der Rest taucht erst auf, als der Polytheismus verboten wird und man sich einen anderen Ursprung für diese Kunst erdenken musste.

Ebenso wurde auch Astronomie als Omen verstanden. Im Gegensatz zu den eher seltenen, dafür außerordentlichen Himmelszeichen, deren Deutung wir heute als astrologisch bezeichnen würden, wurden die regelmäßigen Zeichen, die man vorausberechnen konnte und was heute die Astronomie wäre, als Omen verstanden, die die Zeiten für Aussat etc ankündigten.

lovac - 22/4/2012 um 22:59

Achso, ist also gar nicht so einfach und dazu auch noch geschichtlich falsch dargestellt worden...

Chaldi   - 23/4/2012 um 00:51

Kommt darauf an auf wen du dich beziehst, den ich ziehe mein Wissen dies betreffend nicht von einem Astrologen dieser Tage oder einem antiken griechischen Historiker, sondern lese die akkadischen Kompendien ;)

Dieses Thema kommt von : Magie-Com & Templum Baphomae
https://www.magie-com.de

URL dieser Webseite:
https://www.magie-com.de/modules.php?name=eBoard&file=viewthread&fid=15&tid=426