Thema: Schizophrenie

Forum: Mentalarbeit

Autor: effx


effx - 15/8/2011 um 22:42

Krankheit oder Gabe?

Serafia_Serafin - 16/8/2011 um 07:16

Bedingung

Seraphine - 16/8/2011 um 10:38

Eindeutig eine Krankheit.

Cryz-Tyan - 16/8/2011 um 12:27

Die Frage ist immer wie es der jeweilige Mensch empfindet. Die individuelle Realitiät ist der Maßstab um etwas als Krankheit zu definieren.

LoS - 16/8/2011 um 16:13

Kontrollierte? Werkzeug.

Unkontrollierte? Last.

Ich denke es handelt sich um eine Eigenschaft.

Vau - 16/8/2011 um 22:59

Es verleugnend:Krank.Annehmend:Erweiterung,Möglichkeiten.Wer damit klarkommt, würde viel vermissen,fehlte es.Zwang, nicht nichts zu tun,in bestimmter Hinsicht.
unzahme/r Gefährte,umarmt geniessbar.

GeorgeTheMerlin - 17/8/2011 um 17:32

Das mit der Verdrängung dürfte der Schlüssel sein ...

Waris Silvermoon - 18/8/2011 um 01:56

Eine Krankheit. Die Bodenstoffausschüttung ist durcheinander. Die Schranke zwischen Umwelt und Gehirn ist durchlässiger, daher Reizüberflutung, verschiedenste Symptome …

Für viele ist es eine Qual, manche können damit gut leben. Doch die Frage ist, wo beginnt die Schizophrenie?
Sind wir alle hier in diesem Forum schizophren?

Ich mache gelegentlich Runenmeditation. Gehen auf die Reise, sehe Bilder, jemand redet mit mir, also optische und akustische Hallus?

Hephaestos - 18/8/2011 um 08:04

weder-noch.
"nur" ein anderer bewusstseinszustand.

effx - 19/8/2011 um 10:25

Wer hätte das gedacht, ein sehr gespaltenes Bild in den Antworten :)
Denke auch, das es viel mit frühkindlicher od. allg. Verdrängung zu tun hat. Medizinische Symtome sind die Folge, aber Ursache? Stimmen zu hören oder Gedanken zu übertragen gleich diesem Krankheitsbild zuzuschreiben halte ich für unangemessen.

Eine Eigenschaft, hm, der Begriff gefällt mir.

white866 - 19/8/2011 um 11:08

krankheit...eine grosse Qualerei

effx - 19/8/2011 um 22:40

Im Prinzip kein schlechter Beitrag, denn was einen quält wird zur Krankheit. Dieser dann aber durch, sagen wir mal 150mg von dem, 50mg von dem und, an schlechten Tagen, 200mg von dem zu begegnen ist ja keine Lösung. Alternativen?

effx - 19/8/2011 um 22:51


Zitat von Cryz-Tyan, am 16/8/2011 um 12:27
Die Frage ist immer wie es der jeweilige Mensch empfindet. Die individuelle Realitiät ist der Maßstab um etwas als Krankheit zu definieren.


Auch bei einem Tumor?
Oder einer Grippe?
Viele Menschen nehmen eine bakterielle oder Virusinfektion für sich selbst nicht wichtig und stecken andere Menschen an. AIDS? Individuelle Realität? Echt?

effx - 19/8/2011 um 22:52


Zitat von Hephaestos, am 18/8/2011 um 08:04
weder-noch.
"nur" ein anderer bewusstseinszustand.


...aber ein "irgendwie" gestörter, oder?

effx - 19/8/2011 um 23:00


Zitat von Seraphine, am 16/8/2011 um 10:38
Eindeutig eine Krankheit.


Eindeutig? Interessant. Wenn ein Mensch also einen seiner feinstofflichen Sinne weiter ausgebildet hat, z.B. den des Hörens, und er Gedanken teils hören kann, ist er dann krank? Per Definition schon, oder? Oder er ist in der Lage, andere Menschen seine Gedanken hören zu lassen (laut Denken), sind die dann alle krank?

Eindeutig?

effx - 19/8/2011 um 23:06


Zitat von Vau, am 16/8/2011 um 22:59
Es verleugnend:Krank.Annehmend:Erweiterung,Möglichkeiten.Wer damit klarkommt, würde viel vermissen,fehlte es.Zwang, nicht nichts zu tun,in bestimmter Hinsicht.
unzahme/r Gefährte,umarmt geniessbar.


Es? Was? Das ist mir einen Schritt zu weit...

effx - 19/8/2011 um 23:54


effx - 20/8/2011 um 01:52


Serafia_Serafin - 20/8/2011 um 05:51

effx: Du bist engagiert, hm? ^^

Ich weiß nicht, ob die Antworten hier wirklich so weit auseinander gehen...

Eine Krankheit bedeutet ja in dem Sinne eine Abweichung von dem üblichen, sodass ein bisher "normales" Leben (meistens bedingt durch starke Einschränkungen und/oder Leiden) nicht mehr oder zumindest zeitweise nicht möglich ist.

So gesehen ist eine Krankheit ein Abweichungszustand von der Norm.

Jetzt sei dahingestellt, ob die Norm gut oder schlecht ist, nützlich oder destruktiv, befreiend oder einsperrend... das kommt ja immer auf den jeweiligen Fall an.

Bei körperlichen Gebrechen ist klar, dass die Betroffenen negativ davon beeinflusst werden. Auch bei Infektionen etc dürfte das nicht weiter zu hinterfragen sein.

Was das psychische angeht, ist das schon wieder eine ganz andere Sache. Ein vollkommen anderes Weltbild, eine ganz neue Sicht, eine absolut unterschiedliche Wahrnehmung separiert erst einmal von der breiten Masse. Das kann durchaus Leidensdruck schaffen, weil der Mensch ein Herdentier ist. Er kann erst einmal gar nicht anders. Man nimmt sich wahrscheinlich als anders war, versteht das Denken und Handeln der meisten vielleicht nicht einmal mehr, oder kann die Strukturen nur noch mit wissenschaftlichem Interesse nachvollziehen. Vielleicht gehört man so gar nicht mehr zu der gleichen Spezies, die einen so umgibt.
Das, was den Leidensdruck schafft, ist in meinen Augen also vor allem erst einmal die Trennung von den Normalen, die einen nicht unbedingt, eher nur in sehr seltenen Fällen verstehen können, selbst wenn man sie versteht. Manchmal kann es sich so anfühlen, als wäre man ein Sehender unter Blinden, oder andersherum.

Gleichzeitig wird man von der Krankheit beeinflusst. Man kommt gar nicht umhin, weil man ihren Kräften ausgesetzt ist. Das heißt es gibt Schwankungen, Tiefen, irritierende Wahrnehmungen, unerklärliche Höhen, die so ekstatisch und verwirrend sind, dass sie vielleicht nicht nur als positiv wahrgenommen werden, sondern vielleicht sogar als beunruhigend.
Genau hier ist für mich der Punkt, an dem die "kranke" Schizophrenie, die starken Leidensdruck erzeugt, sich von der "gesunden" Unterscheidet, denn es ist in meinen (und wie ich aus den Anmerkungen anderer schließen kann nicht nur diesen)
Augen nicht wichtig, ob man anders funktioniert, sondern ob dieses Anderssein Leidensdruck und Schwierigkeiten im Alltagsleben erzeugt.

Der wichtige Punkt in meiner eigenen Biografie war das Annehmen des Wahn als solchen und gleichzeitig seine Akzeptanz. Etwas Inneres, das unterdrückt, eingesperrt oder verheimlicht wird, gewinnt dadurch potentiell an Macht, und lenkt die Aufmerksamkeit des Betroffenen aus dem Allagsleben deutlich auf diese Prozesse. Vor allem, wenn sie als unnormal, besonders empfunden werden, erleben sie eine Übersteigerung der Bedeutung, was ihnen wiederrum mehr Einfluss auf den Betroffenen verleiht: Ein Teufelskreis.
Viel besser als Psychopharmaka hat mir zum einen die Erkenntnis geholfen, dass die "zweite Realität" durchaus Daseinsberechtigung, jedoch keine Befehlsgewalt hat.
Das heißt, es ist nicht nötig, dagegen anzukämpfen, aber interessant und vielleicht wichtig und aufschlussreich, zu beobachten.
Ich habe diese Dinge in mein Leben integriert - und es gibt auch durchaus Menschen, mit denen ich mich darüber austauschen kann.

Die Integration der Phänomene in das eigene Leben als Selbstverständlichkeit, sowie eine bleibende Verankerung im Alltag, eine ständige Erdung, Austausch und Reflektion machen mich zu einer "unnormalen" aber trotzdem gesunden Person.

Dementsprechend ist in meinen Augen nicht die Shizophrenie selbst die Krankheit, sondern der falsche Umgang mit ihr.
Wer lernt, sich mit den Symptomen als ganzer Mensch sicher und eigenständig in der Alltagswelt zu bewegen, ist in meinen Augen nicht psychisch krank - auch wenn Botenstoffkonzentrationen in seinen Körperflüssigkeiten etwas ganz anderes behaupten wollen.

Jemand, der nicht die geringste Tendenz zur Schizophrenie kennt, hat in meinen Augen aber auch so gut wie keine Chance in der Magie. Deswegen meine knapp gefasste Antwort weiter oben.

Seraphine - 20/8/2011 um 07:39


Zitat von effx, am 19/8/2011 um 23:00

Zitat von Seraphine, am 16/8/2011 um 10:38
Eindeutig eine Krankheit.


Eindeutig? Interessant. Wenn ein Mensch also einen seiner feinstofflichen Sinne weiter ausgebildet hat, z.B. den des Hörens, und er Gedanken teils hören kann, ist er dann krank? Per Definition schon, oder? Oder er ist in der Lage, andere Menschen seine Gedanken hören zu lassen (laut Denken), sind die dann alle krank?

Eindeutig?


Der Mensch, der an Schizoprenie erkrankt ist, hat ja seine feinstofflichen Sinne nicht weiter ausgebaut. Es handelt sich um einen Wahn. Dass er seine feinstofflichen Sinne weiter ausgebaut hätte, ist nur deine Annahme.

Serafia_Serafin - 20/8/2011 um 08:10

Seraphine, ich finde es schwer in allgemeingültigen Definitionen zu sprechen, sobald es in den psychischen Bereich geht.

Eine psychische Krankheit ist in meinen Augen keine Erkältung oder Grippe, die man einwandfrei diagnostizieren und immer gleich behandeln kann - auch das aber wieder nur Meinungssache, da ich ja nicht vom Fach bin. Natürlich "helfen" Psychopharmaka gegen Symptome... aber aus meiner Sicht nicht gegen die Sache an sich.

Ich denke mir schon, dass es möglich ist, dass Menschen, die einen Hang zur Schizophrenie haben, an ihr Erkrankt sind oder an denen die Krankheit auch nur latent vorbeischleicht, talentierter im Bereich Magie sind.
Das heißt nicht, dass sie ausgebildet wären... aber die magischen Sinne, die Wahrnehmungen etc sind viel leichter zugänglich.
Das eigentliche Problem ist in meinen Augen der Umgang damit.

Was ist denn aus deiner Sicht ein Wahn?

Und wie kann man z.B. "Geistreisen" klar von einem Wahn trennen, wenn man sie als real wahrnimmt?

Ist ein Schizophrener, der klar erkennen kann, was zu welcher Realität gehört und dementsprechend handelt, für dich noch Schizophren (also krank) weil die Wahrnehmungen eben da sind, oder ist er gesund, weil er sich seinemWahn nicht hingibt?

Wo sind die Grenzen?

Seraphine - 20/8/2011 um 08:21


Zitat von effx, am 19/8/2011 um 22:40
Im Prinzip kein schlechter Beitrag, denn was einen quält wird zur Krankheit. Dieser dann aber durch, sagen wir mal 150mg von dem, 50mg von dem und, an schlechten Tagen, 200mg von dem zu begegnen ist ja keine Lösung. Alternativen?


Meiner Ansicht nach, kann bei Schizophrenie nicht auf eine medikamentöse Behandlung verzichtet werden. Dazu ist gerade die Schizophrenie eine zu schwere psychische Erkrankung.

Mir ist zwar bewusst, dass die medikamentöse Behandlung an Schizophrenie Erkrankter irreversible Nebenwirkungen aufweisen kann, aber ohne diese Behandlung können quälende Symptome, wie z. B. die Katatonie nicht ausgeschlossen werden.

Die Wissenschaft ist bedauerlicherweise noch nicht so weit, dass eine optimalere Versorgung von an Schizophrenie erkrankter Menschen möglich wäre.

Seraphine - 20/8/2011 um 09:06


Zitat von Serafia_Serafin, am 20/8/2011 um 08:10


Was ist denn aus deiner Sicht ein Wahn?


Etwas, dass einer realen Grundlage entbehrt, egal ob diese reale Grundlage feinstofflicher oder grobstofflicher Natur ist. Wenn ich mich von allen bespitzelt und verfolgt fühle und mich meine engsten Familienangehörigen vergiften wollen und diese Eindrücke jeder realen Grundlage entbehren, dann handelt es sich um einen Wahn.


Zitat von Serafia_Serafin, am 20/8/2011 um 08:10

Und wie kann man z.B. "Geistreisen" klar von einem Wahn trennen, wenn man sie als real wahrnimmt?


Du surfst in deiner Psyche, hat für mich eine reale feinstoffliche Grundlage.


Zitat von Serafia_Serafin, am 20/8/2011 um 08:10

Ist ein Schizophrener, der klar erkennen kann, was zu welcher Realität gehört und dementsprechend handelt, für dich noch Schizophren (also krank) weil die Wahrnehmungen eben da sind, oder ist er gesund, weil er sich seinemWahn nicht hingibt?


Ich glaube, dass das Krankheitsbild der Schizophrenie, das was du da beschreibst nicht hergibt. Der an einer Schizophrenie Erkrankte kann sich nicht entscheiden, gehe ich dem Wahn nach oder nicht, höre ich Stimmen oder nicht.


Gruß Seraphine

Vau - 20/8/2011 um 10:47

@effx:Dr.Hammer`s" neue germanische Medizin"bietet anscheinend eine einfache Lösung für sogut wie Alles.Ohne einen Krümel Wahres zu enthalten ,kommt kein Heilsweg aus,soviel sei zugegeben.

Die Machart der Internetpräsenz des Herrn Dr.rückt ihn für mich jedoch eindeutig in die Nähe des manipulativen Rechtspopulismus,was den Inhalt seiner Ideologie für mich automatisch als fragwürdig erscheinen lässt.
Mit Leid&Angst Geld zu verdienen,ist naheliegend (siehe Marketing allgemein),aber diese plumpe Art ist fast beleidigend.Mehr Info:

http://www.youtube.com/watch?v=Z57uBCcOdvI

Den Kupetzky-Link verstehe ich nicht.

Nach Micea Eliade gibt es in schamanischen Kulturen Fälle, wo angehende Schamanen eine psychische Krise,eine "Initiationskrankheit"erleiden,deren überwindung Sie erst zum Schamanen macht, der imstande ist,das Erleben anderer Realitätsebenen als sinnvoll zu erleben & in sein Alltagsleben zu integrieren.

Vielleicht gibt es Parallelen zwischen o.g.Zustand zum Krankhitsbild" paranoide Schizophrenie"und dessen möglichem Status als Vorbedingung für magisches Wirken?
Dies ohne Lehrer glaubhafter Riten und funktionierender Extasetechniken "allein"
zu vollziehen,ist schwer,die "Krise" zu ignorieren oder verdrängen zu wollen
geht vielleicht wirklich nur mit Psychopharmaka/Drogen.

Naheliegend scheint mir in einer solchen Situation auch die Suche nach Geborgenheit durch Flucht zu alleinseligmachenden Glaubensinhalten,Fanatismen jeglicher Couleur.
Das hemmt zwar jede Entwicklung, aber mit Glück erwischt man dabei eine Mannschaft,die mächtig genug ist,"Normalität" zu definieren.

effx - 4/9/2011 um 00:19

Also ich glaube mittlerweile, dass der Mensch grundsätzlich zur Schizophrenie neigt und sie auch gut leben kann, wie auch immer, muss ja nicht krankhaft erscheinen. Leidet er aber, so hat er wohl eine Art Geschenk zur Hand, die ihn sehen läßt. Ist halt die Frage, was er draus macht.

Kial - 12/9/2011 um 01:24

Cool ... :D - fast exakt diesen Wortlaut hat vor Jahren mal ein Krafttier von mir benutzt: Daß es völlig normal für den Menschen sei, schizophren zu sein. Die meisten verdrängten es nur, und die, die das nicht können, die werden krank.

Wobei demnach wohl die einzige und beste Lösung wäre, bei den ersten Anzeichen von Schizophrenie eine ärztlich verordnete magische (Grund-)Schulung zu verschreiben. Und das sehe ich irgendwie nicht, zumindest nicht in absehbarer Zukunft :heu: .

Wobei, auch wenn die Krankheit schon ausgebrochen ist, wäre es nicht möglich, auf schamanischem Wege die Heilung zumindest zu unterstützen? Gehört doch immerhin auch zum Job von Schamanen, mit Seelenanteile zu integrieren, von daher wäre das doch naheliegend. Und in jedem Fall schonender als rein medikamentöse Behandlung.

Mal so als spätnächtlicher Einwurf ...

LG,
Kiàl.

Serafia_Serafin - 12/9/2011 um 17:04

Man kann nur sich selbst therapieren.

In diesem Fall würde ich Abstand davon nehmen, Menschen, die ganz klar Probleme mit ihrer Realitätswahrnehmung haben, auf die magische Schiene zu bringen, ohne dass sie ein Eigeninteresse haben.

Ein magischer Weg lässt sich immer erst dann gehen, wenn du bereit dazu bist. Wenn es noch nicht an der Zeit ist, bleibt dir alles verschlossen, weil du bestimmte Dinge einfach nicht verstehen kannst. So bleibt nur Unglauben oder eine weitere Möglichkeit, sich in einen extremeren Wahn hineinzusteigern.
Magie ist niemals Therapie, niemals Lösungsweg.
Es ist etwas, in dem du wachsen kannst, wenn du es willst. Nichts, was dir von Außen angetragen werden kann.

Kial - 13/9/2011 um 00:36

Ich meinte auch eigentlich eher sowas wie die 'Grundschule' - Erdung, Zentrierung und Banntechniken, in der Hauptsache. Und denen kann man sicherlich auch einen psychologischen Anstrich geben, ohne überhaupt mit okkulten Begrifflichkeiten arbeiten zu müssen. War mißverständlich ausgedrückt, sorry ...

... und nicht falsch verstehen: ich sehe das nicht als Allheilmittel gegen die Krankheit; das wäre glaub ich auch vermessen. Aber als unterstützendes Werkzeug für den Patienten selbst fänd ich diese Idee gar nicht schlecht. Vor allem, um irgendwann vielleicht wirklich die Akzeptanz der 'Krankheit' zu erreichen, den natürlichen Umgang damit. Was mE nach der Idealzustand wäre.

Wobei ich kein Psychologe bin. Kann gut sein, daß ähnliche Techniken dort schon existieren.
Sind hier vielleicht Experten (oder interessierte Laien) anwesend, die was dazu sagen können? :cool:

Fänd ich echt mal interessant ...

LG,
Kiàl.

Hermes - 19/9/2011 um 15:57

Grundtechniken wie Erdung werden in der Psychologie durchaus verwendet. Wenn man in psychologische Fachbücher schaut, findet man oft Techniken, die in der magischen Literatur schon vor hundert und mehr Jahren bekannt waren - was natürlich fast kein Psychologe anerkennen würde. ;)

Aurelia - 19/9/2011 um 22:52

Wenn man mal die Auseinandersetzung mit dem Unterbewusstsein nimmt, dann waren auch da die Magier der Psychologie schon weit vorraus, wobei einige Psychologen das Feld natürlich wesentlich erweitert und verfeinert haben.

Doch auch das würde kein "normaler" Psychologe hören wollen.
Heute werden Techniken wie Suggestion oder ganz banal, Yoga selbst von Medizinern anerkannt, aber wehe da kommt jemand mit Spiritualität daher, dann ist alles an den Haaren herbei gezogen... Man nehme sich was man brauch und drücke seinen Stempel darauf, fertig! Das können aber viele auch in Anderen Bereichen...

Grüße
Aurelia

round2 - 17/2/2012 um 11:57

Ich hoffe, dass diese Thema noch nicht geschlossen ist.
Es ist für mich sehr interessant,hierige Ansichte zu lesen. Schizophrenie wird oft von Magiker für ein Vorteil gehalten. Meiner meinung nach,es geht um Unveständnis. Ich versuche meine Ansicht zu erklären:
Jedes Kind hat Fähigkeit, die Welt anders als die Erwachsenen auzufnehmen. Es merkt sich ganz andere Sachen als sie. Es ist kreativer und kann mehrere Phänomene als wahrscheinlich aufnehmen. Das zusamenhängt mit dem Gehirn. Beim Übergang in der Reife es sollte eine Strukturveränderung anfangen. Etwa 70% Synapsen und verbindungen zwischen nervenzellen ist im Alter 14-18 Jahren zu verschwinden. Warum? Der Organismus schützt nur die Strukturen, die schnelle Reaktionen und Denken erlauben. Der Erwachsene hat darum Fähigkeit, seine Emotionen kontrollieren und Angst schaffen und Verantwortung tragen können. Das Gehirn arbeitet effektiver... aber! Aber Die Fantasie und Bilderstellung sind beschränken dabei.
Jetzt es liegt hauptsächlich an dem, wieviel Synapsen und welche Strukturen geblieben haben. Prinzipiell, wenn zu viele Strukturen untergehen, man ein bischen flach ist - zweckmäßig und ohne Fantasie. Gegensätzlich, wenn zu wenige Synapsen verschwinden, das Denken chaotisch und mit Lebensansprüchen übergefragt ist - und Schizophrenie zum Ausbruch kommen kann.
Es muss einen Grenzbezirk sein, wo die Struktur für symbolische und magische Denken genügend ist, aber noch sicher gegen psychotisch Entwicklung.
Magisches Training wird üblich an die Selbstbeherrschung konzentriert. Und das geht mit der Schizophrenie kaum zusammen.

effx - 17/2/2012 um 22:20

Cheers, ist das nicht alles sehr körperlich gedacht? Synapsen? Gehirn? Wie steht es denn um einen mentalen Raum?

round2 - 19/2/2012 um 10:58

Doch, es ist körperlich gedacht.

Na, ich wollte eigentlich zum Ausdrück bringen, dass hier enger Zuasmmenhang ist...

Alles und Nichts - 24/2/2012 um 17:08

es gibt schamanen die ganz klar zwischen visionen etc. auf der einen seite und psychischen krankheiten auf der anderen seite unterscheiden. in nepal kommt es vor, dass ärzte patienten zu schamanen schicken und umgekehrt.

aus eigener erfahrung würde ich schizophrene nicht mit magischen methoden behandeln wollen. ich empfehle einfach mal die begegnung mit einem schizophrenen in einer akuten phase.

effx - 12/3/2012 um 21:43

Jupp, Alles und Nichts, jetzt kannste den Thread nochmal von vorne lesen…
Aber fassen wir mal zusammen:

These: Eine „magische Disziplin“ wie z.B. autogenes Training oder Gedankenkontrolle hilft bei Schizophrenie.

Antithese: „Magisches Training“ ist nicht zu empfehlen, da keine ausreichende Selbstbeherrschung vorliegt.

Synthese?

Cryz-Tyan - 13/3/2012 um 01:13

@efx
Vorschlag zur Synthese:

Autogenes Training und einfache Übungen sind sicher nicht verkehrt.
Alles ohne Strenge, "Mindestmaß" und zu erreichende Pi-Pa-Po´s.
Druck raus. Keine Regeln annehmen. Selbst Regeln aufbauen, was gut tut.

Hinter dem allzu "magischen" Weltbild mal einen Punkt machen.
Die Welt mal sein lassen.
Wissen nebenbei einfließen lassen.
Nebensächlich und unbedeutend.
Wird sowieso überbewertet. (Das theoretische)

Eine gute Sache wäre auch ein "zünftiges" Morgenritual mit nackten füßen auf nassem Gras. Holzhacken.
->beschützt und geborgen einschlafen. (etwas dafür tun, nähe suchen)
->Fröhliches Erwachen.
->Nebel und ruhige Kühle riechen und spüren.
Geilo!

Vau - 7/4/2012 um 08:44

Letzter Absatz:Agreee.

Alles und Nichts - 7/4/2012 um 13:13

zur these: von autogenes training, progressive muskelentspannung sind nach dem ende eines schub möglich. ein jeder arzt, ein jeder psychologe würde in der heißen phase eines schubes von achtsamkeitsmethoden abraden. dafür gibt es gründe.

@effx: was meinst du genau mit gedankenkontrolle? in der behandlung einer paranoiden schizophrenie versucht man techniken zur inneren distanzierung zu vermittel, dass ist aber keine gedankenkontrolle. so wie ich dieses wort verstehe, ist eine 100% gedankenkontrolle niemals möglich.

zur synthese:
- menschen mit psychoseerkrankung benötigen gewisse regeln
- fröhliches erwachen, sorry, erzähl das mal einem erkrankten, insbesondere in einem schub.
- dem schutz stimme ich zu, gilt eigentlich für jeden menschen, insbesondere für alle psychisch erkrankten.

Cryz-Tyan - 7/4/2012 um 16:48

@allesundnichts
jup, wenn du es nochmal liest wird dir der präventive Charakter auffallen.
Wen ein Schub da ist, ist sowieso ALLES anders.


[Editiert am 7/4/2012 um 16:53 von Cryz-Tyan]

Alles und Nichts - 8/4/2012 um 09:02

@ Cryz-Tyan, eben weil der präventive charakter so ins auge sprang.

Sifaka - 9/4/2012 um 16:46

Ich würde es so formulieren. Eine Krankheit wenn man mitten drin steckt, eine Gabe wird daraus wenn man das Schlimmste hinter sich hat.
So werden ja auch die typischen Schamanen "gemacht" soweit ich mich erinnern kann sind die psychisch ziemlich krank, aber wenn Sie´s hinter sich haben, haben Sie die "Prüfung" bestanden. :P
Natürlich sind Sie danach immer noch etwas verrückt, aber so sind diese Menschentypen eben.

effx - 9/4/2012 um 18:10

...sagte der Psychiater von Zaphod Beeblebrox:

"So isser halt, der Zaphod!"

Zur Gedankenkontrolle: Jup, schwammiger Begriff, schliesst vieles ein. U.a. auch Arbeit nach Johari und dem blinden Fleck, Transaktionsanalyse, dynamische Selbstreflektion, einfaches rituelles Arbeiten wie beschrieben...

Alles und Nichts - 9/4/2012 um 19:37

@ Sifaka: lies einfach mal meinen ersten beitrag zu diesem thema.

@ effx: die themen, die du aufgeführt hast gehen dann ja eher richtung selbsterforschung. gedankenkontrolle ist in meiner begriffsterminologie etwas ganz anderes und hat mit selbsterforschung nichts zu tun.

effx - 9/4/2012 um 20:15

Na gut, Kontrolle beginnt bei mir bei der Erforschung/Erfassung, gleich einer Grenzkontrolle. Wer bist du, was ist real, was bringst du mit und was bewegt dich usw.

Ansonsten findet man z.B. bei Georg Lomer "Lehrbriefe der geistigen Selbstschulung" eine schöne Zusammenfassung dessen, was du so meinst?

Wobei das natürlich ohne, ach, du ahnst es...


[Editiert am 9/4/2012 um 20:31 von effx]

Alles und Nichts - 9/4/2012 um 20:37


Zitat von effx, am 9/4/2012 um 20:15
Na gut, Kontrolle beginnt bei mir bei der Erforschung/Erfassung, gleich einer Grenzkontrolle. Wer bist du, was ist real, was bringst du mit und was bewegt dich usw.

Ansonsten findet man z.B. bei Georg Lomer "Lehrbriefe der geistigen Selbstschulung" eine schöne Zusammenfassung dessen, was du so meinst?

Wobei das natürlich ohne, ach, du ahnst es...


also (grenz-) kontrolle in der bedeutung von prüfen / unterscheiden?
den typen kenne ich nicht. bei amazon und co. gab es leider auch keine vertiefenden hinweise. ist das buch lesenswert?

wenn du auf ein bestimmtes thema ansprichst, ahne ich es.

Sifaka - 10/4/2012 um 10:56


Zitat von Alles und Nichts, am 9/4/2012 um 19:37
@ Sifaka: lies einfach mal meinen ersten beitrag zu diesem thema.


Und? Ich verstehe nicht ganz was du damit meinst. :question:

Alles und Nichts - 10/4/2012 um 11:43

ersten: schamanen unterscheiden zwischen schamanen (schamanischen, magischen oder sonstirgendwie genannten visionen / reisen) und psychisch kranken. ich würde die schamanenkrankheit nicht mit einer schizophrenie vergleichen.

zweitens: eine schizophrenie ist eine chronische erkrankung. da wird nichts geheilt, da wird im besten falle stabilisiert. hattest du überhaupt schon mal längeren kontakt zu wirklich schizophrenen?


[Editiert am 10/4/2012 um 14:09 von Alles und Nichts]

Sifaka - 12/4/2012 um 09:23


Zitat von Alles und Nichts, am 10/4/2012 um 11:43
ersten: schamanen unterscheiden zwischen schamanen (schamanischen, magischen oder sonstirgendwie genannten visionen / reisen) und psychisch kranken. ich würde die schamanenkrankheit nicht mit einer schizophrenie vergleichen.


Aha. Du warst bei allen Naturvölkern dieser Welt und weisst nun ALLES über Schamanen und wie Sie in den verschiedensten Traditionen ausgewählt werden? Soso.

effx - 12/4/2012 um 11:21

Bitte sachlich bleiben in dem Thread hier. Die Welt ist schon schräg genug. In den Thread hier wurde schon viel zusammen gebracht, da könnte man die Synthese ruhig noch präzisieren, oder?

Dr. Georg Lomer kommt aus der Richtung Franz Bardon und wurde im Rüggeber-Verlag aufgelegt, trotzdem für mich eines der besten Bücher zum Thema Gedankenkontrolle.

Cheers, effx

Elena89 - 7/4/2014 um 01:59

Eindeutig Krankheit! Ich arbeite mit vielen Schizophrenen zusammen, auch mit solchen die aufgrund anderer psychischer Erkrankungen garnicht "wissen" das sie schizophren sind. Es ist eine furchtbare Krankheit und sonst nichts, egal wie ihr es hinstellt.
Einer unserer Klienten hat, in seinem Wahn, seine geliebte, hochschwangere Frau und das ungeborene Kind regelrecht abgemetzelt. Er muss den Rest seines Lebens mit diesem Wissen verbringen!;(

Elena89 - 7/4/2014 um 02:04


Zitat:
zweitens: eine schizophrenie ist eine chronische erkrankung. da wird nichts geheilt, da wird im besten falle stabilisiert. hattest du überhaupt schon mal längeren kontakt zu wirklich schizophrenen?


Absolut richtig! Man hat immer wieder wahnhafte Schübe, in diesem Zustand kannst du dich nicht selbst kontrollieren.

EosDeus - 14/5/2014 um 16:53

wie willst du ohne innere Stimmen deine magische Gaben bedienen oder mit deinem Herz kommunizieren.

Bei magisch begabten Leuten ist inneres Stimmen hören normal.

Psychopharmaka kann aber auch bei inneren Stimmen helfen. Das sie gedämpft sind.

Oder was meint ihr was Hellhören, Hellsehen und Telepathie ist?

Wenn ihr das auslösen wollt habt ihr auf jeden Fall Schizophrenartige Symptome. Wußte ich aber vorher auch nicht richtig bevor ich es ausgelöst habe.

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