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Autor: Betreff: Schattenarbeit und buddhistische Meditation
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Multum Umbra

GeorgeTheMerlin
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smilies/exclamation.gif erstellt am: 9/9/2008 um 14:32  
Liebe Mitzauberer

:D



Die geläufigste buddhistische Meditationsmethode heißt Vipassana.

Grob gesagt - man setzt sich im Lotus Sitz oder Schneidersitz hin - und beobachtet wie sich beim Atmen die Bauchdecke vor und zurück bewegt. Man lernt Konzentration AUF EINE SACHE.

Sogenanntes EINSPITZIGES DENKEN soll praktiziert werden.

UND - wenn man das praktiziert, es eine Stunde lang versucht, stellt man zuersteinmal fest:


daß MAN SICH GAR NICHT KONZENTRIEREN KANN.



Dauernd tauchen andere Gedanken auf - Körpergefühle, Jucken, Geräusche - und manchmal ist es. als ob es umso weniger klappt, je gewaltsamer man es versucht.



In Asien sind zudem Moskitos ein Thema beim Meditieren, wie hierzulande die Reblaus beim Wein!

:D



Nach unserer schattenmagischen Erkenntnis sind es abgespaltene unbewußte Persönlichkeitsanteile, die sonst UNBEMERKT das Denken VERURSACHEN - aber in der Meditation ziemlich zwanghaft hochkommen.

Hier in der Meditation kann ich diese Mechanismen, die mich im Alltag ziemlich unbemerkt hin und herbewegen - (im Parzival wird der Verstand mit einem HASEN verglichen, der im Zickzack läuft, immer Haken schlägt, woanders ist ...) - zum erstemale ENTDECKEN und tiefer erforschen.

Was veranlaßt mein Denken? Wenn ich meditiere - stelle ich fest, daß es unbewußte Kräfte hinter dem Denken geben muß, die das Denken veranlassen - und ich dauernd damit beschäftigt bin, diese UNRUHE in mir zu kompensieren, um im Gleichgewicht zu sein.

So bietet Meditation schon eine tiefe Selbsterkenntnis. *grynnns: - diese entsteht GERADE DANN, wenn wir versuchen, NICHT ZU Denken. GERADE DANN werden Kräfte HINTER dem Denken sichtbar - die unser Denken veranlassen - uns hin und herbewegen im Leben - unsere Konzentration stören.

Sind wir nicht nur stupide und verbissen auf abstrakte ZIELE fixiert beim Meditieren ( und leider meditieren viele so ... ) - wie Erleuchtung, perfekte Konzentration usw ... -

haben wir GERADE DANN schon eine tiefe Erkenntnis über uns selber gewonnen, wenn wir erkennen, daß wir uns gar NICHT konzentrieren können (!!!!), wenn wir es wirklich versuchen.

Ist man zu sehr an abstrakte Ziele beim Meditieren fixiert - ENTGEHEN einem diese tiefen Erkenntnisse - und man geht an der Sache vorbei.

Ich möchte aber einmal ausdrücklich betonen, daß diese Meditationsmethode, im Buddhismus VIPASSANA heißt.

VIPASSANA ist ein Pali Wort. Pali ist eine tote Gelehrtensprache - wie Latein.

VIPASSANA heißt übersetzt ERKENNTNIS.

Und das ist etwas, was auch viele Buddhisten zu wenig beachten - oder gar nicht einmal wissen. Ich selbst habe dies auch nur zufällig erfahren, weil ein Freund über Vipassana eine Doktorarbeit in Psychologie schrieb.



Vipassana heißt ERKENNTNIS - und hier gibt es eine sehr tiefe Schnittstelle zur Schattenmagie.

liebe Grüsse merlYnn


[Editiert am 9/9/2008 um 16:44 von GeorgeTheMerlin]
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Darkneesdream
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red_folder.gif erstellt am: 11/9/2008 um 00:14  
können wir nicht eigentlich jede meditationsform mit erkenntnis betiteln?...den dorthin führt uns jede meditation früher oder später...
meditation sollte eh ziellos sein....wenn wir uns auf etwas konzentrieren schlagen unsere gedanken purzelbäume...lassen wir sie einfach laufen als das was sie sind verschwinden sie irgendwann...den versuch des nicht denkens habe ich schon immer irgendwie als falsch empfunden...obwohl weit verbreitet...den gedanken ihren lauf zu lassen zu sehen wie sie kommen und gehen ist viel einfacher...mit der zeit werden die gedanken weniger...und irgendwann wenn es ein zeitlupenhaftes geschehen wird merken wir das keine gedanken mehr da sind...
meditation und schattenmagie (wie es hier genannt wird) können sicher zur gleichen erkenntnis führen...bei beidem richtige *anwendung* forausgesetzt...

diese meditation Vipassana kenne ich so das man fühlt wie sich die bauchdecke beim atmen bewegt ...und man mit diesem gefühl mitgeht...


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Multum Umbra

GeorgeTheMerlin
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red_folder.gif erstellt am: 11/9/2008 um 21:14  

Zitat von Darkneesdream, am 11/9/2008 um 00:14
können wir nicht eigentlich jede meditationsform mit erkenntnis betiteln?...den dorthin führt uns jede meditation früher oder später...
meditation sollte eh ziellos sein....


Eigentlich ja. In der Praxis habe ich aber häufig beobachtet, daß starke Zielvorstellungen herrschen, auch in buddhistischen Kreisen - und dann geht man an den Erkenntnissen vorbei.

Aber selbst das ist - EINE ERKENNTNIS! :)

Und selbst Erkenntnis kann wiederum durch die Hintertüre zur zwanghaften Zielvorstellung werden. Meditiation zeigt uns erstmal sehr deutlich, wie unser Denken und Sein funktioniert.

Ziellose Meditation - scheint mir am meisten die ZEN-Meditation zu sein. Dort wird aber mit einem Widerspruch gearbeitet. Es ist eine totale Disziplin - richtige Haltung - übergenaue Vorschriften im Mönchsleben - was im Verstand stark ein Ziel IMAGINIERT! Ebenso bekommt man eine Aufgabe - ein logisch nicht lösbares Rätsel (KOAN) zu lösen (zeige mir das Klatschen einer Hand ...): auch das imaginiert ein Ziel.

ZEN bei alledem aber IST kein Ziel. Aber wer nun DENKT, er sei ziellos, ist schon in die Falle gegangen. Hier hat der Verstand durch die Hintertüre Ziellosigkeit zum Ziel gemacht. Zu einer Identifikation im Verstand gemacht.

Der ZEN Buddhist würde daraufhin nun fragen: Wie kann ich ziellos sein, ohne Ziellosigkeit im Verstand zum Ziel zu haben? Wie kann icxh ziellos sein, ohne im Verstand ziellos zu sein? Zeige mir, wie du ziellos sein kannst, ohne ziellos zu sein!

Vertrackt! ;)

Und Schattenarbeit?

Schattenarbeit befreit uns von unbewußten Zielen der abgespaltenen Persönlichkeitsanteile. Aber auch hier ist die ERKENNTNIS Vorraussetzung: WIE SEHR wir von solchen unbewußten Zielen umhergetrieben werden, seien diese im subjektiven oder kollektiven Unbewußten - WIE SEHR uns das alles von uns selber wegführt. Die Auflösung von Schatten führen mehr und mehr zu einem SOSEIN - zu einer direkten Verbundenheit zu unserem Wesen, ohne den Umweg über eine künstliche unbewußte IDENTITÄT (Personna griech. = Maske!)

Wir verlieren mehr und mehr unsere künstliche MASKE, erschließen mehr und mehr intuitive Quellen, oft ohne den Umweg über den Verstand.

____________________________________________

Vipassana arbeitet, wie ich es damals in buddhistischn Klöstern kennengelernt habe, mit dem BEOBACHTER. Man beobachtet den Atemstrom - entweder am Nasenflügel das Ein - und Ausströmen der Luft, oder das Heben und Senken der Bauchdecke.

In fortgeschritteneren Meditationen kann es dann auch andere Medien der Beobachtung geben.

____________________________________________

Hast du mal Vipassana praktiziert? Deine Schilderung über den Lauf der Gedanken beim Meditieren finde ich sehr schön.

Hier zeigt sich in der Meditation auch, wie jemand selber mit sich umgeht. Seine Muster, mit sich selber umzugehen. Wer Meditierende beobachtet, sieht, wie die Leute mit sich selber umgehen.

Der eine so - der andere so ...

:D


liebe Grüße merlYnn


PS: Vorsicht: DER EINE SO, DER ANDERE SO - könnte schon so ein ZEN Koan sein, welches HINAUSFÜHRT!

Der eine so, der andere so: zeige mir den Ausgang!

Ich würde sagen - versucht man das zu lösen, antworten zunächst oft für lange Zeit die inneren Schatten!


[Editiert am 11/9/2008 um 21:27 von GeorgeTheMerlin]
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Darkneesdream
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red_folder.gif erstellt am: 11/9/2008 um 23:51  
die meditations vorgaben der zen mönche oder der buddhisten überhaupt haben mich nie angesprochen...zuviel disziplin...ich bevorzuge meditation die immer und überall anwendbar ist..und habe schon immer die gleiche weiss aber garnet wie sie genannt wird *schäm*
ich folge meinem atem wie er in meinen körper eindringt und ihn wieder verlässt und fühle die lücke dazwischen...die wenigen sekunden in denen der körper ohne atem ist...tod und wiedergeburt sozusagen mit jedem atemzug...

was du über die schattenarbeit schreibst...da stimme ich dir voll zu...
es hat lange gedauert bis ich erkannte das mein handeln und auch meine gefühle zum grossen teil von meinen unbewussten persönlichkeitsanteilen gesteuert werden...und dann hat es noch mal sehr lange gedauert heraus zu finden welche diese sind und warum sie nun unbewusste anteile sind(geworden sind)...aber die bewusstwerdung ihrer hat ihnen einen grossen teil der macht und somit des einflusses genommen...und irgendwann*lach* wird ihnen der einfluss ganz entzogen...

und ja wir verlieren dadurch unsere maske...und bekommen ein gefühl dafür ob die menschen mit denen wir zu tun haben eine tragen oder nicht...
zumindest ich habe oft das gefühl das viele menschen nicht wirklich so sind wie sie mir begegnen...
und es ist immer wieder schön wenn mir plötzlich wer begegnet
der wirklich er selbst ist....

edit hat *ist* hinzugefügt


[Editiert am 12/9/2008 um 08:39 von Darkneesdream]



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GeorgeTheMerlin
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red_folder.gif erstellt am: 13/9/2008 um 00:39  
*loool ja - ich hatte früher sogar eine SEIFENBLASENMEDITATION erfunden.

Ich habe eine Seifenblase gemacht - und mich total mit ihr identifiziert. Dann habe ich beobachtet, erlebt, was passiert, wenn die Seifenblase platzt!

Tod und Widergeburt sozusagen ...

:D

Hmm - der Einfluß und die Macht und das LICHT dieser unbewußten Seelenanteile fließt zu dir zurück - weil du es ja selber bist. Das erfordert aber eine sehr tiefe Integration - meist über mehrere Stufen. Ein Weg - den ich mal demnächst hier vorstelle - ist, diese Teile von mir so lange zu fragen, was sie wollen - bis sie unten an der Fragekettte erkennen, wer sie SIND.

Hier sind wir aber noch in der Projektion gefangen, daß Bewußtsein hell ist - und Unbewußtsein dunkel ist.

Das ist aber lediglich eine (psychische) Projektion von hell und dunkel.

:)

Das Sein (Licht) und die Quelle (das Unerkennbare, was unser Bewußtsein nur als projezieren kann) - sind völlig jenseits davon. Gut - Böse, Schwarz - Weiß, Licht-Schatten, Bewußt - Unbewußt -

sind lediglich Projektionen in unserem Verstand für diese Ur-Identitäten. Ganzheit.


grüssli merlYnn


[Editiert am 13/9/2008 um 00:42 von GeorgeTheMerlin]
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red_folder.gif erstellt am: 13/9/2008 um 07:35  
Projektionen sind auch gerade wieder ein Thema, ich hab erst einmal abgewartet was es mir zu erzählen hat, es hat mir nicht nur was erzählt, es hat mir sehr vieles auch an mir selbst gezeigt. :)

Aber diese Sache mit der Ziellosigkeit... ist echt schwer als ich deinen Beitrag gelesen habe war mir das noch nicht ganz so klar, aber als ich gestern Abend noch ein wenig gelesen habe wurde mir klar wie verzwickt das doch ist.
Hatte mich jetzt länger mit den 4 Elementen beschäftigt und das Buch von Hajo Banzhaf gelesen, der im hinteren Teil auch vom 5. Element der Quintessenz spricht.
Jetzt verstehe ich auch das Tarot wieder ein Stück besser, Tag und Nachtbogen gehen nur vom Magier zum Mond, die anderen Karten nimmt er beiseite weil sie über das Irdische hinausgehen und damit auch über die 4 Elemente zum 5. der Quintessenz führen. Es geht hier um das absichtslose Spiel eines Kindes das reinen Herzens ist, es geht nicht darum irgendetwas zu erreichen.
Auch wenn es mir schon irgendwie klar war das die große Arkana zum ende wieder zum Narren führt, so klar war es dann doch noch nicht...

Und das Abschluss Zitat:
"Dreißig Jahre lang ging ich auf die Suche nach Gott, und als ich ihm am Ende dieser Zeit meine Augen geöffnet hatte, entdeckte ich, dass er es war, der mich suchte"
vom Mystiker Bajezid Bastami


tja...was gibts dazu noch zu sagen? :D


Lieben Gruß,
Iternia
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Darkneesdream
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red_folder.gif erstellt am: 13/9/2008 um 09:57  
Hmm - der Einfluß und die Macht und das LICHT dieser unbewußten Seelenanteile fließt zu dir zurück - weil du es ja selber bist. Das erfordert aber eine sehr tiefe Integration - meist über mehrere Stufen. Ein Weg - den ich mal demnächst hier vorstelle - ist, diese Teile von mir so lange zu fragen, was sie wollen - bis sie unten an der Fragekettte erkennen, wer sie SIND.

das der einfluss und die macht zurückfliessen ist klar...das problem ist dieses in *licht* zu verwandeln...
ich hätte schreiben sollen....irgendwann ist der *negative einfluss* weg....
ich weiss welche seelenanteile sich abgespalten haben und ich weiss auch warum ...und ich weiss auch das mich die bewusstwerdung dessen weitergebracht hat und dies alles mich dorthin gebracht hat wo ich nun steh...also insgesamt positiv ist....aber...irgendwo ist da immer noch(zeitweise)ein negativer einfluss..
ein negatives gefühl...und es wird wohl noch ne weile dauern bis sich auch dieses letzte in licht verwandelt...


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red_folder.gif erstellt am: 13/9/2008 um 11:49  
Also MerlYnn, wenn ich Dich richtig verstehe und deute, scheint Deine Art der Schattenarbeit sehr nahe verwandt mit den jungschen Psychologie. Man muß seinen Schatten (=Ängste, Zwänge usw.) erkennen, annehmen und verstehen lernen, um sie aufzulösen, bzw. ihnen die Macht über sich selber zu nehmen.

Die jungsche Psychologie ist aber meiner Meinung nach sowiso sehr eng mit buddhistischen Glaubensvorstellungen verknüpft...

Ziellose Meditationen findet man immer seltener. Ich habe schon ein paar Leute mal dazu aufgefordert, wirklich mal ohne Ziel zu meditieren. Man muß sich keine "Traumlandschaft" erschaffen - viel sinnvoller empfinde ich es, mich einfach treiben zu lassen. Meist ist mein Einstieg in die Meditation, daß ich meinen Atem beobachte. Gedanken kommen, ja, aber sie haben keine Bedeutung, keine Macht und so ziehen sie auch weiter...


[Editiert am 13/9/2008 um 11:50 von Daughter-of-Horus]
Antwort 7
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GeorgeTheMerlin
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red_folder.gif erstellt am: 13/9/2008 um 21:27  
Hi - vielen Dank für die sehr interessanten Antworten!

Dann möchte ich mal dazu etwas aus meiner bisherigen Praxis erzählen:

Im buddhistischen Kloster in Sri Lanka habe ich in jungen Jahren sehr extrem meditiert. Von 5 Uhr morgends bis abends 10 Uhr - immer eine Stunde Vipassana - dann Gehmeditation, d.h. im Zeitlupentempo gehen und ALLES mitbekommen, beobachten, jede Muskelbewegung. D.h. etwas, was man sonst IM SCHLAF kann und macht - jetzt voll bewußt tun. Meditation ohne Musik, Raücherstäbchen und Bimbrosium - nur eine kleine Zelle mit 4 weißen Wänden die ganze Zeit. (Und Termiten, Moskitos und Schlangen ...). Absolutes Schweigen die ganze Zeit. Und nichts als Meditaion.

Hier entfällt JEDE Ablenkung - und jede Beruhigung wie wenn man nur eine Stunde am Tag meditiert - und die abgespaltenen Anteile melden sich UNGEFILTERT.

D.h. die Bilderwelten und Stimmen wurden immer drängender - machmal war es nur noch 5 sekunden möglich, mich zu konzentrieren. Dann wieder 5 Sekunden. Dieses ganze AUSMAß an zwanghaften Gedankenmustern in mir hätte ich vorher nie für möglich gehalten. Auch die Kraft dieser inneren Zwänge, die uns im Alltagsleben andauernd zwingt, uns abzulenken. Bewußt bekommen wir diese ganzen Mechanismen überhaupt nicht mit.

Dann gab es auch ziemliche Einbrüche aus früheren Leben - immer noch unverarbeitete Kriegsgeschehnisse. Oder beängstigende Kundalinieffekte.

Klar hat sich das dann durch kontinuierliche Praxis verbessert. Immer nur beobachten - alles was kommt, zulassen. If you die - then die - BUT WATCH IT! Watch it verry carefully!

Später, als ich diese Anteile erlösen konnte, stellte ich fest, daß Meditation plötzlich immer mehr ein GEMIEßEN wurde. Stille. Wo vorher Bedrängnis war und Beängstigendes, Unkontrollierbares - war jetzt mehr Freude und Tiefe.

Wenn ich Persönlichkeitsanteile auflöse - löse ich aber nicht nur Projektionen im Leben auf. Das Leben verändert sich völlig - Wahrnehmungsbereiche öffnen sich. Es ist unglaublich, wie sehr diese Abspaltungen unsere Wahrnehmung stumpf macht! Es öffneten sich Wahrnehmungsbereiche - die ich gar nicht beschreiben konnte. Magisch.

Manchmal ist es, als ob ich dann in einer neuen Welt lebe. Beispielsweiose habe ich kürzlich (erst) herausgefunden nach einer Energieübung mit Partnern, daß ich die automatische Angewohnheit hatte, mich mit den schwachen Teilen anderer Menschen zu verbinden, bei Kommunikation. Solche Muster hat jeder von uns - nur: WIR SIND BLIND DAFÜR. Dies Muster kam von meiner Mutter, die eine schwere Kindheit hatte mit Alkoholsüchtigen Eltern und deren gewaltsame Auseinandersetzungen - während sie unterm Tisch hockte und das Porzellan flog - und eine bessere Familie kreieren wollte. (Wie viele wollen das!!!) Liebe aber bedeutete bei ihr - das war ihr unbewußtes Muster - wenn schwache Schmerzteile Trost aneinander finden. Das war ein Muster - keine wirkliche Liebe. Und wie vieles bei uns ist - ohne daß wir das überhaupt bemerken - ein unbewußtes Muster und nicht Liebe. Wenn zwei Schmerzteile sich trösten, entsteht da ein FLOW - und dieser Flow wird als Liebe wahrgenommen.

Als ich das durchschaute - und ab dann bewußt Kontakt mit den starken Persönlichkeitsanteilen der Mitmenschen aufnahm - veränderte sich plötzlich die ganze Welt. Alle Menschen verhielten sich plötzlich anders zu mir - es kam viel mehr auf mich zu. Ich wurde plötzlich überall angelächelt - mit Interesse gesehen - wo vorher nichts war.

An so einem Punkt wurde dann Magie im herkömmlichen Sinne - wo man sich irgendwas antrainiert - für mich SINNLOS. Ich merkte, daß alles schon in mir liegt. Daß es meine Muster sind, die meine Welt kreieren - bestimmen, in was für einer Welt ich lebe.

Und daß ich meine Zukunft, meine Welt (anders: mein Karma) - verändern kann. Warum soll ich z.B. Telepathie trainieren - wenn es in mir Muster gibt, die sich vor anderen VERSTECKEN wollen? Muster, die es gar nicht wissen wollen? Die nichts hören wollen? Es ist doch widersinnig - wenn ich versuche, Telepathie bewußt anzutrainieren - während gleichzeitig im Unbewußten Persönlichkeitsanteile Telepathie verhindern. Das wäre Kraft und unbewußte Gegenkraft.

Das gilt für die gesammte Magie. Besser, mit diesen Persönlichkeitsanteilen zu kommunizieren - daß sich GANZ NATÜRLICH alles öffnen kann, was ich in mir habe.

Die Schwierigkeit ist, daß wir im Alltag nicht unterscheiden können, was Reaktionen aus verdrängten Persönlichkkeitsanteilen sind - und was wirklich vollbewußte Aktionen. (gemessen an unserem Potential würde ich letzerem vielleicht gerade mal einige Promille geben :) )

Das liegt daran, daß diese Persönlichkeitsanteile ja WIR selber sind.

Eine andere Schwierigkeit ist, diese vollständig wieder aufzulösen. Reicht es, sie anzunehmen und zu verstehen? Bestimmt verbessert das was - reicht in einigen kleinen Fällen - aber man kommt dann an den Punkt von Darkneesdream - wo man merkt, das reicht nicht mehr.

Die Methoden, die ich anwendete, haben mit diesen Teilen direkt kommuniziert.

Beeindruckt hat es mich beim erstenmale in einem NLP Seminar in Italien. Jemand stand da - und wir sagten einem unbewußten Persönlichkeitsanteil, er solle uns ein Ja und NEIN Signal geben. Bei Ja zuckte ein Finger - bei Nein ein Augenlied. Die Person selbst wußte nichts von diesen Signalen. Dann konnten wir aber mit diesem Teil reden - ohne daß die Person das mitkriegte. Sie wußte zwar, daß wir mit einem Persönlichkeitsanteil redeten - aber dessen Signale bmerkte sie nicht. Ich war beeindruckt, wie empfindlich dieser Teil ist. Bei der geringsten Disharmonie - Unhöflichkeit - zieht er sich sofort zurück und es ist Funk-Stille. Von daher scheue ich mich immer, solche Teile als Dämonen zu bezeichnen - das ist jetzt dein Dämon usw.

Mit diesen Teilen umzugehen, direkt zu reden, ist eine Kunst, wie mit kleinen Kindern umzugehen.

Man kann aber erkennen, daß diese Teile sich in mehreren STUFEN auflösen lassen. Ganz oben wollen sie z.B. zerstören. Darunter wollen sie verstanden werden. Darunter wollen sie geliebt werden. Darunter wollen sie gehört werden. Darunter wollen sie in Harmonie sein. Darunter wollen sie gut sein. Darunter wollen sie göttliches Licht sein. Darunter gibt es nichts mehr - göttliches Licht ist ihr Urzustand - den man jetzt die ganze Kette hoch wieder revidieren kann bis zur Gegenwart.

Das ist der Core Prozess - den ich mal hier noch reinstellen werde.

Aber hier sieht man, daß so ein Teil in VIELEN STUFEN von seinem ursprünglichem Sein abgekommen ist. Verstehen reicht da nicht - wir würden nur die Oberfläche verstehen. Um tiefer zu kommen, müssen wir mit dem Teil SELBER kommunizieren.

In irgendeiner Form. Es gibt da einige Methoden.

Dies gibt uns dann unser eigenes Licht - unser eigenen abgespaltene Teile zurück. Wir werden GANZ.

Und je mehr ich GANZ bin - desto mehr ist Meditaion und Konzentration ein purer Genuß.


liebe Grüße merlYnn


[Editiert am 13/9/2008 um 21:47 von GeorgeTheMerlin]
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Gast
red_folder.gif erstellt am: 14/9/2008 um 11:05  
Hallo MelYnn,

ich finde es schon "lustig" daß Du schreibst, daß Du eine Meditation erst dann genießen konntest, als Du einige unliebsamen Erfahrungen gelöst hattest.

Auch wenn ich nicht in einem buddistischen Kloster war und nicht so lange und intensiv meditiert habe, habe ich durchaus etwas sehr Ähnliches erfahren dürfen: Ich habe sehr viel Probleme in meiner Kindheit gehabt - u. A. auch sich ständig nachts streitende Eltern mit fliegendem Geschirr und Rumgebrülle usw, von dem ich regelmäßig wach wurde und ziemliche Angstzustände, Paranoia, Verfolgungsangst, Existenzangst - als ich dann mit Meditation in Berührung kam, war das erstmal ein Aufarbeiten der sich festgesetzten Vorgänge und Empfindungen, die mir so garnicht bewußt waren. Mithilfe der Meditation und der Reflektion über die jungschen Archetypen bin ich quasi durch die Hölle gegangen und war anfangs oft versucht, aufzuhören. Aber ich machte weiter, weil ich mir doch eingestehen mußte, daß es mir auch irgendwie gut tat.
Zu dieser Zeit habe ich oft bis tief in die Nacht hinein meditiert, nicht selten so 3-4 Stunden am Stück. Klar, die Arbeit mit den Archetypen war absolut zielgerichtet, aber eben notwendig.

Als ich mit den Archetypen schon ziemlich durch war, merkte ich auch, daß ich eine Meditation als sehr heilsam wahrnahm und genoß sie wie noch nie zuvor. Diese Erkenntniss war etwas Besonderes.

Mittlerweile arbeite ich in einem Beruf, der zur Zeit sehr an meinen Nerven zerrt und mit 5 Tage die Woche Streß macht, weil wir für die viele Arbeit im Büro definitiv zu wenig Leute sind - egal! - doch die Meditation, die ich jeden Abend durchführe, meist ne halbe bis 1 Stunde, genieße ich noch immer. Ich weiß, daß ich da einfach nur zusehen kann, wie Gedanken und Bilder auftauchen und wieder verschwinden - ich muß ihnen nicht nachjagen - sie haben keine Macht über mich.

Auf Deine Vorstellung der von Dir angesprochenen Stufen bis zur Auflösung in göttliches Licht bin ich schon gespannt.
Danke für Deine Offenheit und ausführlichen Ausführungen.
Antwort 9
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Multum Umbra

GeorgeTheMerlin
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red_folder.gif erstellt am: 14/9/2008 um 13:07  
Hallo Daughter-of-Horus

Ich finde dieses Forum in letzter Zeit erstaunlich offen - was es doch sehr lebendig macht. Und auch empfänglich für die Art Magie, die hinter unserem Leben wirkt - und die wir auf geheimnisvolle Weise eigentlich doch selber sind..

Diese extremen Meditationen waren natürlich die Hölle. Genießen konnte ich erst die Zeit NACH den Meditationen. Ich hatte Wahrnehmungen, die vorher gar nicht da waren. Ich weiß noch, wie wir nach einem Meditationskurs den Berg runtergingen - und uns über all die GEräusche und Dinge unterhielten, die uns beim Bergaufsteigen gar nicht aufgefallen waren. Das zeigt, daß man doch einiges auflösen konnte. Als ich aus Indien zurückkam - haben mich einige Leute erst auf den zweiten Blick wiedererkannt - ach DUUU??? .... *looll

Daß Meditation daselbst - streckenweise - auch ein Genuß von Stille und reines Selbst sein kann - kam in der Tat erst viel später. Die allererste Erkennenis war aber vielmehr das ganze AUSMAß an inneren Höllen - *loool aber das würde mir sowiso keiner glauben. Die zweite Erkenntnis war das Ausmaß an Fremdbestimmung - wieviele inneren AUTOMATISMEN wir eingebaut haben, um diese Höllen und Verletzungen in uns nicht zu fühlen. Wie wenig FREI und wie wenig SEELE wir in Wirklichkeit sein können.

Wie du konkret mit jungschen Archetypen arbeitest, würde mich mal interessieren. Wie man damit konkret - jenseits aller Theorie - diese Dinge auflösen kann. Magst du da mal ein eigenes Post eröffnen? Wie es aussieht, warst du da ja sehr erfolgreich - und erlebte Praxis interessiert mich sehr.

Das mit dem Beruf kenne ich auch - bei mir ist es eher schwere körperliche Arbeit - *loool was nervt ist - der Beruf zehrt doch sehr an der Energie - man hätte gerne noch Energie für was anderes oft ... :D wir häten da schließlich noch wichtigeres zu tun, als für unseren Lebensunterhalt arbeiten zu müssen.

Daß andere für mich arbeiten, würde mir allerdings kein gutes Gefühl vermitteln ...

--- Ja - werde mich mal dranmachen, das Post auszuarbeiten.

:D


liebe Grüße merlYnn


[Editiert am 14/9/2008 um 13:27 von GeorgeTheMerlin]
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Gast

Gast
red_folder.gif erstellt am: 15/9/2008 um 06:13  
Hallo MerlYnn

Nun ja, sich in einem so offenen Forum zu öffnen ist doch nicht ganz so angenehm. Schließlich kann hier jeder Hinz & Kunz lesen und muß dazu noch nicht mal angemeldet sein...

Ich beschreibe gern, wie ich mit den Archetypen gearbeitet habe und zum Teil immernoch ab und zu tue, dabei konkret erlebtes behalte ich allerdings lieber für mich. Es war die Hölle, aber es war meine Hölle.

Liebe Grüße

Dela
Antwort 11
Gast

Gast
red_folder.gif erstellt am: 15/9/2008 um 21:54  

Zitat von GeorgeTheMerlin, am 9/9/2008 um 14:32

...haben wir GERADE DANN schon eine tiefe Erkenntnis über uns selber gewonnen, wenn wir erkennen, daß wir uns gar NICHT konzentrieren können (!!!!), wenn wir es wirklich versuchen.


Naja ob das jetzt eine tiefe Erkenntnis ist weiß ich nicht. Das sind ja die Erfahrungen, die jeder macht, sobald er sich mit Meditation oder der 1. Stufe von Franz Bardons "Weg zum wahren Adepten" befasst.

Auf jeden Fall ist das aber ein sehr spannendes Thema, denn es geht um Selbsterkenntnis und die Erkenntnis über die wahre Natur des Geistes ist es um die es im Buddhismus geht und die einem auch magische Fähigkeiten verleiht.

Was veranlasst also das Denken? Ich habe mich mit der Schattenarbeit bisher noch nicht befasst, ich denke Eure Sichtweise das das Denken von unbewussten Persönlichkeitsanteilen verursacht wird geht schonmal in die richtige Richtung. Gedanken müssen aber nicht unbedingt von einem selbst stammen und außerdem gibt es auch noch Platzgebundene Gedanken.

Gedanken sind wie Wolken, sie erscheinen zwar im Himmel, haben aber nichts mit ihm zu tun, ja sie berühren ihn noch nicht einmal.

Genauso sind Gedanken. Sie erscheinen zwar in unserem Geist, stammen aber nicht aus ihm, ja sie haben noch nicht einmal etwas mit ihm zu tun.

Gedanken sind Werkzeuge. Sie dienen der Kommunikation (mit uns selbst und mit anderen) und der Interpretation. Wir benutzen sie um die äußeren Phänomene, die wir wahrnehmen, zu interpretieren. Mehr ist da allerdings nicht.

Du hast es ganz richtig beobachtet, dass wenn man versucht gegen Gedanken anzugehen, sie sogar nocht stärker auftreten. Es gibt dazu ja die lustige Geschichte, in der ein Meister seinen Schüler den Tag über zum meditieren in eine Höhle schickt. Als der Meister am Abend fragt wie es gelaufen ist, meinte der Schüler "Es hat leider nicht geklappt, ich konnte den ganzen Tag nur an Sex denken". Am nächsten Tag schickte er den Schüler wieder in die Höhle und diesmal sollte er den ganzen Tag an Sex denken. Als der Schüler am Abend wieder zum Meister ging berichtete er "Es hat leider wieder nicht geklappt. Diesmal hatte ich die ganze Zeit nur Leerheit im Kopf".

Es ist hier so wie bei allen Dingen im Leben, wenn man Druck auf etwas ausübt, entsteht nur Gegendruck und man bewirkt das Gegenteil. Der richtige Umgang mit Gedanken während der Meditation ist es ihnen keine Beachtung entgegen zu bringen. Wenn man sie ignorieren würde, würde man ihnen noch zu viel Aufmerksamkeit schenken.

Für den Anfang reicht es sie wie Wolken ziehen zu lassen, wichtig ist es ihnen nicht nachzuhängen, ihnen keinen Raum zu geben.

Den Fluss der Geganken ganz abzuschneiden erreicht man aber nicht durch Meditation, sondern durch Achtsamkeit und die damit verbundene Erkenntnis über die wahre Natur unseres Geistes.

Durch Deine Erkenntnis das wir im Normalfalle eigentlich gar nicht in der Lage sind zu meditieren, weil uns die Konzentration dazu gar nicht möglich ist hast Du zwar noch keinen Schritt in die richtige Richtung getan, aber immerhin schonmal die richtige Tür für den Weg eröffnet. In der Saturnmagie spricht man hier z.B. von der Phase der Ernüchterung, indem man sich erst einmal über die eigentlichen Unzulänglichkeiten klar wird. Solange man nämlich falsche und übertriebene Vorstellungen der eigenen Leistungsfähigkeit hat, ist ein beschreiten des Pfades nicht möglich. Und der Mensch kann eigentlich erst einmal nichts.

Ich gebe Dir mal hier zwei Übungen, anhand denen Du die Spur weiter verfolgen kannst um die Natur der Gedanken und Deines Geistes weiter zu erforschen.

Grundlegend gesagt ist es wichtig den Vorgang der in einem abläuft nicht nur während der Meditation zu erforschen, sondern in jeder einzelnen Sekunde seines Lebens, also beim Sport, während der Arbeit und auch während des schlafens.

Dabei sollte man erst einmal seine Gedanken beobachten. Man wird feststellen, dass sich Gedanken immer auf jenseitige Dinge fixieren, also Dinge die schon passiert sind, oder man plant sozusagen die Zukunft voraus. Der Zauberer aber erhält seine Macht, indem er im Hier-und-Jetzt lebt. Die wenigsten Gedanken beziehen sich aber aufs jetzt. Dazu kann man sich nun immer wenn ein jenseitiger Gedanke aufkommt STOP sagen und den Gedanken unterbrechen. Als Budhist kann man auch PHAT sagen, was abschneiden bedeutet.

Wenn man sich dies zur Gewohnheit gemacht hat, wird man schnell feststellen, dass man plötzlich ungeheure Ressourcen in sich frei gemacht hat.

Die zweite Übung besteht darin sich ständig zu beobachten und zwar nicht was man denkt, sondern was man tut. Auch nicht was man denkt was man tut, sondern wirklich nur die reinen Taten als solche ohne Interpretation.

Wir neigen normalerweise dazu die Taten anderer herabzuwürdigen und die eigenen aufzuwerten, auch wenn sie moralisch fragwürdig erscheinen.

Dies gilt es zu überwinden und alles was man am Tag tut zu beobachten, ohne irgendeine Wertung zu treffen.

Das ist sehr interessant und man wird auf einmal eine riesige Diskrepanz feststellen, zwischen dem was man denkt, wie man ist und wie man wirklich ist. Diese Diskrepanz erschafft eine Möglichkeit sich selber besser kennenzulernen, in dem Bezug dazu was man eigentlich wirklich ist und schafft den ersten Schritt in Richtung darin magische Fähigkeiten zu erlangen.

Aber das ist nur der Anfang, ab da geht es dann so ganz langsam erstmal los.

Zum Vipassana sollte man noch anmerken, dass es nicht die "geläufigste" Buddhistische Meditationstechnik ist. Vipassana gehört zum Hinayana, dem kleinen Fahrzeug.

Die Konzentration auf EINE Sache ist eine Vorstufe zur Gedankenleere, bei Bardon ist das eine Vorübung zur ersten Stufe, noch nicht einmal die erste Stufe selber. Die von Dir beschriebenen Phänomene das man nicht in der Lage ist sich zu konzentrieren gilt nur für Anfänger.

Vipassana geübte, oder halt im westlichen Bereichen geschulte schaffen das ohne Probleme mehrere Stunden.

Zitat:
Sind wir nicht nur stupide und verbissen auf abstrakte ZIELE fixiert beim Meditieren ( und leider meditieren viele so ... ) - wie Erleuchtung, perfekte Konzentration usw ...


Auf die Erleuchtung zu meditieren ist mit sicherheit nicht stupide, sondern ein notwendiger Vorgang, der den Samen des Erleuchtungsgeistes, der in uns allen vorhanden ist, zur Reife bringt.

Zitat:
Ist man zu sehr an abstrakte Ziele beim Meditieren fixiert - ENTGEHEN einem diese tiefen Erkenntnisse - und man geht an der Sache vorbei.


Das hört sich alles nach zu viel Druck an. Bei der Meditation ist es wichtig den Geist wie die Sehne eines Bogens zu halten, nicht zu straff, aber auch nicht zu locker.
Der Inhalt der Meditation ist unerheblich, Meditation hat keine Ziele.

Klar kommt es Dir einfacher vor Dich bei der Meditation erstmal zu beobachten als über "abstrakte" Dinge zu meditieren. Das liegt daran, weil Du ein "Ziel" definierst, welches Du erreichen möchtest. Und die Erleuchtung zu erreichen kommt Dir natürlich unerreichbar fern vor. Die Gedanken die auftreten nimmst Du als Störungen, wie Feinde wahr, die Dich von Deinem "Ziel" abhalten. Aber darum geht es in der Meditation nicht. Meditation ist kein Kampf, es gibt nichts zu erreichen.

Aber forsche mal weiter, wie ich es oben beschrieben habe, dann kommen noch einige weitere interessante Erkenntnisse.

Zitat:
Und das ist etwas, was auch viele Buddhisten zu wenig beachten - oder gar nicht einmal wissen.

Das glaube ich weniger, Du hast ausnahmslos nur Anfängerprobleme beschrieben und im Buddhismus gibt es sehr sehr viele Menschen die weit darin fortgeschritten sind die wahre Natur des Geistes zu erforschen.

Es gibt auch in keinem anderem System auf der Erde so deailierte Anleitungen um dies zu erreichen.

Zitat:
Vipassana heißt ERKENNTNIS - und hier gibt es eine sehr tiefe Schnittstelle zur Schattenmagie.


Ja das mit der Schattenmagie hört sich sehr interessant an. Schön das Ihr solche Erfahrungen macht und in diesen Bereichen forscht.

LG

Cassiel
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Gast

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red_folder.gif erstellt am: 15/9/2008 um 22:01  

Zitat von GeorgeTheMerlin, am 13/9/2008 um 21:27
An so einem Punkt wurde dann Magie im herkömmlichen Sinne - wo man sich irgendwas antrainiert - für mich SINNLOS. Ich merkte, daß alles schon in mir liegt. Daß es meine Muster sind, die meine Welt kreieren - bestimmen, in was für einer Welt ich lebe.


Ja ganz genau, das ist es. Unser Geist ist es, der die Welt aufbaut, in der wir leben und die Glaubenssätze (Muster, wie Du sie nennst) sind die Bausteine aus der sie geschaffen wird. Das ist eine sehr gute Erkenntnis.

Woher kommt diese Schattenmagie eigentlich, wer hat sie entwickelt?

LG

Cassiel
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GeorgeTheMerlin
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red_folder.gif erstellt am: 16/9/2008 um 01:30  
Hallo Cassiel

vielen Dank für dein Post!

Diese beschriebenen Erfahrungen liegen ja schon 25 Jahre zurück! War eine schöne Zeit gewesen!

:D

Daß man sich nicht konzentrieren kann, mag keine besondere Anfängererkenntnis sein. Wenn man sich an Vorstellungen über Stufen und Vorstellungen über Ziele konzentirert.

Aber so - finde ich - ist man als Anfänger schon weit an der Sache vorbeigegangen. Oder man verdrängt eine Erkenntnis - die eigentlich zutiefst schockieren sollte.

Verbindet man das Resultat seiner Bemühungen - daß man sich bei extremer Meditation OHNE jede Ablenkungsmöglichkeit am Ende höchstens nur noch 5 Sekunden konzentrieren kann (ich meine hier nicht einen Meditationskursus - sondern wirklich Kloster) - und verbindet das mit deinen Übungen, auch den Alltag als Meditation zu betrachten - sollte man eigentlich zutiefst SCHOCKIERT sein. Dies betrifft nämlich nicht die lapidare Erkenntnis, daß man sich nicht konzentrieren kann - sondern die KONSEQUENZEN - wenn man sie nur sieht!

Dieser Schock betrifft die Frage: Wer bin ich?

Man hielt sich doch vorher für ein einigermaßen freies und selbstbestimmtes INDIVIDUUM.

Nun muß man ein AUSMAß an Automatismen und Zwängen erkennen, daß man seiner Selbstbestimmung höchstens noch Promillebereiche geben kann. All diese Zwänge, erkennt man, bleiben dem normalen Alltagsmenschen verborgen. Man erkennt das ganze Ausmaß des unbewußten WAHNSINNS in der sogenannten Normalität. Und wundert sich jetzt fast schon, daß hier überhaupt noch was funktioniert! (Tut es das wirklich?)

Osho hat das mal ganz treffend so ausgedrückt - der Anfänger setzt sich hin zur Meditation, und erwartet einen HEILIGEN dabei in sich zu finden. Was er dann wirklich findet, wenn er WIRKLICH meditiert - ist zunächst kein Heiliger, sondern ein Nero, ein Adolf Hitler, ein Mussolini.

Und alles, was man von Gedanken wie Wolken und Geist und hoher Spiritualität und Stille und Gelassenheit und Erleuchtung und Stufen gelesen hat, bricht zusammen. VORSTELLUNGEN, die nun nichts mehr nützen. Man kann das jetzt getrost alles über Board werfen. Ich dachte, Gedanken seien Wekzeuge - nun erkenne ich, wie sehr ICH in Wirklichkeit Werkzeug unbewußter Gedanken bin.

Zuerst kommen die Schatten - Ängste - Zwänge hoch. Und zwar in einem Ausmaß, daß man sein SELBSTBILD ziemlich umkrempeln muß. Das alte Selbstbild dürfte damit ziemlich zertrümmert sein - und überhaupt nicht mehr aufrechtzuerhalten.

Hier tut sich eine riesige Diskrepanz auf, zwischen dem, was man vorher über sich als bewußt und ein bischen auch unbewußt annahm - und wie unbewußt man wirklich ist.

Es ist an dieser Stelle NICHTEINMAL die Diskrapanz, von der du sprichst - nämlich was man denkt zu sein - und was man jenseits von Denken ist. Soweit ist man an dieser Stelle nochnichteinmal. Trotzdem ist das alte Selbstbild schon zertrümmert.

*loool - die lapidare Erkenntnis, man kann sich halt nicht konzentrieren, wäre dann eher wieder der Versuch einer Verdrängung dieser Erkenntnis und dunklen Wahrheit. Aber wohlgemerkt - ich spreche hier nicht von einem einwöchigen Meditationskursus für Westler - das ist alles noch ziemlich SOFTY und NICE!

__________________________________________________

Seperator Übungen wie STOP! oder CUT oder PHAT finde ich sehr nützlich. Es sind schöne Mind-Spiele. Sie sollen einen Flow aus der Vergangenheit unterbrechen und einen in die Gegenwart holen.

Solange jedenfalls, bis man merkt, daß PHAT selber nur eine vergangene Absicht ist.

_____________________________________

Ein etwas böser ZEN KOAN wäre hier:

ES GIBT KEINE GEGENWART!

Kommentiere das!

Aber bei jedem auch nur irgendwie intellektuellen Kommentar:
drei Ohrfeigen als Antwort!

*loool

_____________________________________


Anders gefragt: hat jemand in der Vergangenheit seine Gegenwart verloren, nur um sie als erinnerte Vorstellung einer Gegenwart derart zu suchen, daß er diese erinnerte Vorstellung einer Gegenwart in alle Zukunft dorthin projeziert,

wo eigentlich gar keine Zeit ist?


_____________________________________


Wo eigentlich keine Zeit ist: diese kleinen Schocks zwischendurch!

Erstaunlich, hier zu sein: immer wieder!
Immer mal wieder!


Gibt es etwa noch mehr Magie????



grüssli merlYnn


[Editiert am 16/9/2008 um 01:57 von GeorgeTheMerlin]
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red_folder.gif erstellt am: 16/9/2008 um 16:47  

Zitat von GeorgeTheMerlin, am 16/9/2008 um 01:30
Osho hat das mal ganz treffend so ausgedrückt - der Anfänger setzt sich hin zur Meditation, und erwartet einen HEILIGEN dabei in sich zu finden. Was er dann wirklich findet, wenn er WIRKLICH meditiert - ist zunächst kein Heiliger, sondern ein Nero, ein Adolf Hitler, ein Mussolini.


Und da ist sie wieder: diese überaus störende und beeinflussende ERWARTUNGshaltung. Ich habe einen Text gelesen, bevor ich anfing zu meditieren und es wurde nur die reine Technik beschrieben - nichts, wie es vielleicht sein könnte. Ein Buddhist brachte mir es schließlich bei. Was ich aber damals vor ca. 18-19 Jahren wirklich erwartete weiß ich heute nicht mehr, nur noch, daß ich immer wieder überrascht bin, manchmal auch durchaus erschüttert war. Ist alles schon lange her und ich war noch sehr jung...

Zu dem Heiligen bzw. Unheiligen :D hätte ich eine Rückfrage: Bezog sich Osho tatsächlich auf einer Person oder auf den Meditierenden als Heiligen?
Einige Jahre nach meinen ersten Schritten in Sachen Meditation offenbarte sich mir ein Geistführer (keine Ahnung, wie ich ihn besser benennen soll, von mir aus auch eine weitere Persönlichkeit in mir, aber ohne Schizophrenie - ich kann es schließlich auseinanderhalten :D ) Der kann sich manchmal durchaus als kleiner Diktator entpuppen, aber ich kann ihn auch einfach links liegen lassen und ihn nicht weiter beachten - das ist IMMER meine Entscheidung!


Zitat von GeorgeTheMerlin, am 16/9/2008 um 01:30
Ein etwas böser ZEN KOAN wäre hier:

ES GIBT KEINE GEGENWART!

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Auch auf die Gefahr hin, von Dir jetzt virtuelle Ohrfeigen einzufangen: Warum die Wahrheit kommentieren??? :D ;)
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GeorgeTheMerlin
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red_folder.gif erstellt am: 16/9/2008 um 19:56  

Zitat von Daughter-of-Horus, am 16/9/2008 um 16:47


Zitat von GeorgeTheMerlin, am 16/9/2008 um 01:30
Ein etwas böser ZEN KOAN wäre hier:

ES GIBT KEINE GEGENWART!

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Auch auf die Gefahr hin, von Dir jetzt virtuelle Ohrfeigen einzufangen: Warum die Wahrheit kommentieren??? :D ;)



Schön, daß du hier bist!
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red_folder.gif erstellt am: 16/9/2008 um 20:11  
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GeorgeTheMerlin
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red_folder.gif erstellt am: 18/9/2008 um 00:27  
.



MerlYnn:

Mein kleines ZEN Rätsel: ES GIBT KEINE GEGENWART!
Kommentiere DAS!



Daughter of Horus:

Auch auf die Gefahr hin, von Dir jetzt virtuelle Ohrfeigen einzufangen: Warum die Wahrheit kommentieren???
:D ;)



MerlYnn:

SCHÖN, DAß DU HIER BIST!



Daughter of Horus:





MerlYnn:

GEWALTIG!



__________________________________________________________

Mutter und Kind sind z.B. zwei Wesen, die sich nie zuvor gesehen haben. Trotzdem verstehen sie sich! Worte sind für dieses Verstehen unter zwei Wesen keine Erklärung. Ganz im Gegenteil - Worte nehmen es wieder! Es gibt kein Wort, welches nicht programmierte Vergangenheit ist.

Worte sind Zeit-Bausteine. Die Vergangenheit erinnert sich an die Zukunft. So entstehet Zeit. Durch Denken.

Ohne dieses UNMITTELBARE Verstehen VOR dem Denken - gäbe es überhaupt kein Denken! Ohne dieses Verstehen im Nicht-Denken könnte das Kind keine Sprache lernen. Es gäbe keinen Anfang! Schon die ersten Worte sind verknüpft mit einem Verstehen ohne Worte und Denken.

Verstehen ohne Gedanken!

Es ist eine Illusion, zu meinen, Verstehen habe seinen Ursprung im Denken.

Verstehen durch Denken ist KONDITIONIERUNG. Und hier wird das ganze Ausmaß an Konditionierung erkennbar! Wenn wir den Ursprung verloren haben.

Der Ursprung von Verstehen ist Verstehen ohne jeden Gedanken.

Jede kleinste Gedankenwelle ist schon Äeonenweit weg von wirklichem Verstehen.

Meditation! Meditation! Meditation!

Aber auch Meditation ist nur Vergangenheit, die sich an die Gegenwart erinnert! Was kann man tun?

ALLES DA!

_________________________________________________________

Wenn sich zwei Wesen verstehen, ist das gewaltig!
Es versteht das ganze Universum!





liebe GRüße merlYnn


[Editiert am 18/9/2008 um 00:33 von GeorgeTheMerlin]
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