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Autor: Betreff: ~ Ereškigal im Zeichen der Schwarzen Sonne ~
Lux
Lux

Diabolus
Beiträge: 8
Registriert: 10/8/2010
Status: Offline
Geschlecht: männlich
red_folder.gif erstellt am: 10/8/2010 um 11:10  
Salve!
Vor kurzer Zeit habe ich eine Betrachtung der mythologischen Figur Ereshkigal (sumerische Göttin der Metamorphose, Herrin der Unterwelt) ausgearbeitet und wollte einfach mal wissen, wie ihr darüber denkt und was ihr von der Betrachtung selbst haltet:



~ Ereškigal im Zeichen der Schwarzen Sonne ~


Die dunkle Göttin Ereškigal (sumerisch: die Göttin der brachliegenden Orte), Herrscherin über die Unterwelt, oberste Schlangengöttin und ursprüngliche Erscheinungsform der Nintu, Herrin des Gebirges und große Göttermutter, symbolisiert wie keine andere Gestalt der sumerischen Kultur die okkulten Kräfte der schwarzen Sonne.

Als Herrin der Schlangen und Königin der Unterwelt repräsentiert sie den Tod und den Prozess der Wiedergeburt, gleich der Schlange, die ihre alte Haut von sich wirft. Wie die Schlange trägt auch sie Weisheit, Erleuchtung, Unsterblichkeit und Unendlichkeit, den Tod durch das Gift und die Wiedergeburt durch die Medizin und das ewige Werden in sich.
Sie ist die unterirdische Schwester der Inanna bzw. Ishtar und Gattin des Gugalanna bzw. des Nergal, sowie Mutter und Gattin des Ninazu. Als Bote steht ihr Namtar zur Verfügung. In ihrem Reich empfängt sie die Verstorbenen und richtet auf sie das "Auge des Todes", wobei ihr ein Kollegium von sieben unterweltlichen Richtern beiseite steht

Ursprünglich galt Ereškigal als eine der großen Mütter der Erde, als diese noch unberührte und unbewohnte Natur verkörperte, bis sie später auf Drängen Nergals zur Herrscherin der unteren Welt wurde.

Dargestellt wird sie als nackte Göttin mit Augen aus Stein, die den Blick des Todes und der Erkenntnis in sich tragen, mit schwarzen Haaren und einem Löwenhaupt oder dem Kopf einer jungen Frau. Sie fährt in einem Boot über den Grenzfluß Chabur, der zwischen dem Reich der Lebenden und der Unterwelt fließt, um die am anderen Ufer niedergelegten Opfergaben einzusammeln. Ihr Palast, der im Erdinnern liegt, besteht aus Lapislazuli.
Als Gebieterin über die Unterwelt und den Tod verkörpert sie die Freilegung des inneren Wesenskerns, das ewige Werden und die Evolution des stagnierten Geistes. Wer Ereškigal erblicken will, muss sieben Pforten durchschreiten und an jeder Pforte eine weitere Hülle abwerfen, bis man nackt vor der großen Göttin steht, frei von Illusion und Maske, frei von Lüge, Täuschung und Selbstbetrug.

Ihre Farbe ist tiefes schwarz, dunkles violett oder nachtblau. Sie ist die Göttin des Mondes und der verborgenen Weisheit, Herrin über Magie und Divination. Ihre Tiere sind die, welche unter der Erde leben (vor allem Schlangen und Drachen) und solche, welche die Nacht lieben und verkörpern (vor allem Eulen, Raben, Krähen, schwarze Pferde und schwarze Hunde).

Die bekannteste Begegnung mit der Todesgöttin findet sich wohl in der Erzählung von Inannas Abstieg in die Unterwelt:


Inanna, Schwester der Ereškigal, steigt in die Unterwelt hinab, um eine Beerdigungszeremonie zelebrieren zu können, und erreicht das große Tor. Dort trifft sie auf Neti, den obersten Torhüter, und verlangt Einlass in die untere Welt. Neti fragt, wer sie sei, bittet sie darum, zu warten, und geht zu seiner Herrin Ereškigal, um ihr die Ankunft ihrer Schwester zu verkünden. Ereškigal versinkt in Gedanken, schweigt für einen Moment und ordnet anschließend an, alle sieben Tore bis auf einen Spalt zu verschließen, so dass Inanna an jeder Pforte ein Me ablegen muss, welches ihr Würde, Stolz, Schönheit, Erotik und Macht verleiht. Ereškigal verlangt, ihre Schwester so zu erblicken, wie sie wirklich ist.

Neti kehrt zu Inanna zurück, führt sie durch das erste Tor und nimmt ihr ein Me ab. Inanna fragt: „Was soll das?“. Und Neti antwortet ihr: „Ruhig, Inanna. Die Wege der Unterwelt sind vollkommen. Man hinterfragt sie nicht.“
Auch am zweiten Tor nimmt Neti ein Me von ihr. Inanna fragt: „Was soll das?“. Und Neti antwortet ihr: „Ruhig, Inanna. Die Wege der Unterwelt sind vollkommen. Man hinterfragt sie nicht.“
So durchschreitet Inanna jede Pforte der Unterwelt, bis sie vor ihre Schwester tritt, entkleidet und gebeugt. Ereškigal richtet das Auge des Todes auf sie, spricht gegen sie die Worte der Anklage und tötet somit ihre Schwester.

Als Inanna nicht aus der Unterwelt zurückzukehren scheint, sucht ihre treue Dienerin den Vater Enki auf und bittet ihn darum, Inanna zurück in die Welt der Lebenden zu bringen. Voll Sorge und Kummer formt er aus Schmutz und Erde formlose Wesen, welchen er aufträgt, in die Unterwelt hinabzusteigen und Inannas toten Körper zu bergen. Die Wesen sollen mit Ereškigal weinen und klagen, denn unmittelbar nach dem Tode ihrer Schwester erlitt Ereškigal die Schmerzen einer Geburt ~ doch als Göttin des Todes kann sie das Kind nicht alleine gebären.

Die Diener des Enki steigen also hinab in das untere Reich und klagen mit Ereškigal, welche ihnen als Belohnung für ihre Anteilnahme und ihr Mitgefühl den toten Körper der Inanna überlässt.


Im Tarot entspricht der dunklen Göttin die Karte „XIII – Der Tod“, somit verkörpert sie die Freilegung des inneren Wesenskerns, die Befreiung des stagnierten Seins, die Aufarbeitung karmischer Rückstände, den Tod als Beginn der Metamorphose und die Begleiterin der Seele in den Schattenbereichen der eigenen Psyche.

Die sieben Me verkörpern die Masken, die unseren Geist umhüllen, sie sind vergängliche Zustände und Identitäten, unter denen sich unser wahres Ich verbirgt, der Urquell unseres Seins. Ereškigal verlangt, dass die Hüllen abgelegt werden ~ ihr gegenüber tritt nur derjenige, der bereit ist, sich von seiner eigenen Vorstellung zu lösen, um sich selbst zu erkennen.
Denn in den tiefsten Abgründen der unteren Welt begegnet der Geist lediglich den Schatten und Dämonen der eigenen Vergangenheit und der eigenen Gegenwärtigkeit. Neti sprach Wahrheit, als er sagte: „Ruhig, Inanna, die Wege der Unterwelt sind vollkommen. Man hinterfragt sie nicht.“
Vertraue auf die Wege, auf denen Dich die Krähen Ereškigals begleiten, denn sie führen zu Deinem tiefsten Innersten.

Ereškigal tötete ihre Schwester und lag kurze Zeit danach in den Wehen. Das Kind der Ereškigal, ungeformt, rein und ohne ersten Atemzug, kann nur durch die Willenskraft des eigenen Geistes geboren werden. Der Beginn der eigenen Metamorphose bedeutet die Vereinigung mit der dunklen Göttin ~ Schwangerschaft und Geburt eines neuen Ichs, welches nur durch Dich selbst geboren werden kann. Als Inannas toter Körper die Unterwelt verließ, verstummten auch Ereškigals Klagen, denn ihre Schwester, die sie selbst getötet hatte, ward neu geboren.

Die Geburt des eigenen Ichs inmitten eines kosmischen Kreislaufs repräsentiert die ewige Metamorphose des eigentlichen Seins, das sich zu einem Werden entwickelt hat – denn durch den Tod und die Konfrontation mit den Abgründen der eigenen Seele (die Verurteilung durch die sieben Richter, die Worte der Anklage und der Blick des Todes) schenkt Ereškigal das unsterbliche Leben. Wer zu den Pforten der Ereškigal hinabsteigt, begibt sich auf eine Reise ins innerste Selbst, um sich mit der dunklen Göttin zu vereinen und sich selbst zu begreifen.


Ave Sathanas!
Xeper!
Diabolus


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Lux
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Lillith78
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red_folder.gif erstellt am: 12/8/2010 um 06:52  
wow - echt gut geschrieben - hat richtig spaß gemacht zu lesen .


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Der wahre Horror ist die Realität
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Lux
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Diabolus
Beiträge: 8
Registriert: 10/8/2010
Status: Offline
Geschlecht: männlich
red_folder.gif erstellt am: 12/8/2010 um 08:17  
Freut mich, dass es Dich interessiert und Dir gefallen hat! :)

Xeper
Diabolus


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Incognitus
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Beiträge: 92
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smilies/thumbup.gif erstellt am: 16/7/2011 um 23:07  
Wirklich gut. Ich denke, Du hast den Kern der Sache erfasst.
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Administrator
Speculum

Serafia_Serafin
Beiträge: 249
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red_folder.gif erstellt am: 9/8/2011 um 22:58  
Der Text ist gut geschrieben und hat interessante Gedanken in sich, aber ... auf welche Quellen beziehst du dich?

Soweit ich weiß, wird der Mond nicht Ereschkigal zugeordnet, sondern dem Gott Sin, der den Himmelsgöttern zugeordnet wird, anders als die Herrscherin der Unterwelt.

Dann ist da noch etwas, das ich bisher anders kannte: Inanna flieht soweit ich weiß aus der Unterwelt - jedoch ohne Wiedergeboren worden zu sein. Der Grund, der sie überhaupt erst dorthin brachte, war der Wunsch, Ereschkigal vom Thron zu stoßen (wobei sie sich aber gründlich verrechnet hatte...)
Um nicht wieder in die Unterwelt hinab zu müssen, verbannt Inanna ihren vorigen Geliebten Dumuzi hinab, weil sie sauer war, dass er nicht über ihre Abwesenheit in Trauer verfiel. Aus diesem Grund war sie von der Pflicht, zurückzukehren, entbunden.

(Quelle: Brigitte Groneberg: Die Götter des Zweistromlandes)

Die Frage nach der Quelle ist übrigens ernst gemeint. Ich bin immer auf der Suche nach ernstzunehmender Literatur über die Mythologie und das Pantheon Mesopotamiens.


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